Zweiter Abschnitt.
Afrika als Sklavenmarkt. (17. und 18. Jahrhundert.)')
Quellen und Literatur.
Die wichtigste Beschreibung Afrikas aus den: 17. Jahrhundert verdanken wir dem Holländer Dapper, Beschreibung von Afrika (deutsche Ausgabe), Amsterdam 1670. Von der großen Sammlung von Reisebeschreibungen: Histoirs gön«- rals on nouvellv eollsetion clo tonte,? 1<?s rel^tions cls vo^aZes (zitiert als I^ouvöllc; vollkc-tion cle vo^azes), HasZ 1747/48 beziehen sich Band 3—6 auf Afrika. Eine allerdings sehr lückenhafte Kolonialgeschichte Westafrikas aus dem 18. Jahrhundert verdanken wir dem Schweden 'W^clströin: ^n essaz^ on eoloni^s-tion Partien- larl^ applieil to tbo ^vcZ8t<zi-n c?ol>st ok ^.trioa, London 1794/95. Für Westafrika sind in erster Linie zu nennen die Werke des Franzosen ^-L. I^ada-t: Ronvslliz rsla-tion 6s l'^tri^uk oecicientale, 5 Bände, ?aris 1782, besonders wichtig für Senegambien, aber wie kürzlich vultrn nachgewiesen hat, mit großer Vorsicht zu benutzen. Vom gleichen Verfasser sind ferner zu nennen: Vo^sZes du Obsvalisr Du Ng.rob3.is on (^ninss, 4 Bände, ^rnstvräarn 1731, für die Guineaküste, und lisl^tion bistoriMS 6o l'Mbiopis oczoiclsntkile, ü Bände, ?»ris 1732 für Kongo und Angola, auf älteren Berichten von Missionaren beruhend. Sehr reich ist die Literatur über die Goldküste,- erwähnt seien: Bosman, Neise nach Guinea (in deutscher Übersetzung, Hamburg 1708); Mil1ig,in Linitb, ^ ne^v vo^aZs to OuineL, I^onäon 1744,- P. E. Jsert, Reise nach Guinea, Kopenhagen 1788 und aus den: Anfang des 19. Jahrhunderts Heni^ Nsreoütb, ^n aeeount ot tbs (^olcl <üoa«t in ^trioa, London 1812. Von Darstellungen sei auf die S. 4 angeführten Werke von Keltie, Supan, Zimmermann, Johnston und Lucas verwiesen. Diejenigen Quellen und Darstellungen, die sich nur auf eine bestimmte Kolonie beziehen, werden später angeführt werden.
1. Der Charakter der afrikanischen Kolonisation im 17. und
18. Jahrhundert.
Die Portugiesen beanspruchten auf Grund ihrer Entdeckungen und der päpstlichen Bullen das ausschließliche Recht, an der roest- und ostafrikanischen Küste Handel zu treiben und Niederlassungen zu gründen, aber roeder die moralische Autorität des Heiligen Stuhles noch die materielle Macht der portugiesischen Flotte reichten dazu aus, diese Ansprüche auf die Dauer zu behaupten. >j j Seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts drangen Franzosen
^) Als Zeitgrenze ist das Ende des 18. Jahrh, angenommen, doch ist die Erzählung in den einzelnen Abschnitten nicht immer genau bis zum Jahr 1800 geführt. Für manche Gebiete ergaben sich Einschnitte etwas früher oder später.