Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1913) 1415 - 1870
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Die schwedischen Kolonien an der Westküste

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des französischen Staats im 18. Jahrhundert, die beständigen Kriege, die durch den Sklavenhandel bedingten Umstände, sowie die großen Entfernungen des weiten Gebietes, in dem die Fran­zosen tätig waren, erwägt, wird man nicht umhin können, ihren unter so schwierigen Verhältnissen vollbrachten Leistungen An­erkennung zu zollen: sie haben es verstanden, an einigen Stellen Westafrikas ihre Herrschaft dauernd und fest zu begründen, an anderen Ansprüche zu schaffen, deren Verwirklichung einer späteren Zeit vorbehalten blieb.

IV. Kolonien nordischer Staaten (Schweden, Dänemark, Kurland und Brandenburg-Preußen).

Es ist auffallend, daß im 17. Jahrhundert auch die Völker oder vielmehr die Fürsten der fernen Länder an der Ostsee Kolonial­besitz in Afrika erstrebt haben. Diese Erscheinung erklärt sich wohl am besten aus der allgemeinen Strömung der Zeit, wie wir sie vortrefflich in dem Ausspruch des Großen Kurfürsten von Brandenburg ausgedrückt finden:Der gewisseste Reichtum und das Aufnehmen eines Landes kommen aus dem Kommerzium her. Seefahrt und Handlung sind die fürnehmsten Säulen eines Etats."') Wie so oft bei der Wirtschafts- und Kolonialpolitik der Staaten sowie bei der wirtschaftlichen Betätigung Einzelner hat die Phantasie oder, wenn man will, die Romantik in hohem Grade bei diesen Unternehmungen mitgewirkt: eine große Überschätzung des Wertes von Kolonien, eine mindestens ebenso starke Unter­schätzung der Schwierigkeiten ihrer Erwerbung, Behauptung und Ausnutzung sind ebenso wie für manche koloniale Bestrebungen unserer Tage charakteristisch für die kolonialen Experimente der baltischen Staaten im 17. Jahrhundert.

Am ehesten begreift es sich, daß die Großmacht Schweden nach ihren gewaltigen, im Dreißigjährigen Kriege errungenen Erfolgen nach kolonialer Betätigung verlangte.

Es ist bekannt, daß die Schweden nach Gustav Adolfs Tode eine Kolonie in Nordamerika begründet haben. Im Zusammen­hang mit diesen Bestrebungen steht die Errichtung einer Afrika­nischen Handelskompagnie, die 1645 (oder 1647) auf Betreiben des in schwedische Dienste getretenen Lüttichers Louis de Geer

5) Mitgeteilt von Schück, Branoenvurg-Preuhens Kolonialpolitik, Band 1, S. 8.