Königliche Majestäten! Hochgeehrte Versammlung!
ie haben mir einen selten sympathischen Empfang bereitet, und ich wünsche, mich zunächst bei Ihnen allen dafür zu bedanken, indem ich mir bewusst bin, dass dieser Empfang nicht meiner Person, sondern der grossen, vornehmen nationalen Sache gilt, die zu vertreten ich die Ehre habe.
Ich bin umso lieber hierher gekommen, weil ich aus meiner Erfahrung weiss, dass in dem Württemberger Land für grosse nationale Fragen stets ein bereiter Boden gewesen ist, dass sich stets patriotische Männer gefunden haben, wenn die Nation oder eines ihrer wertvollen Güter in Gefahr war. Und ich komme hierher umso lieber, weil ich auch für die Bestrebungen, die zu verteidigen und zu verfolgen meine Aufgabe ist, hier einen Boden gefunden habe. Aus meiner Erfahrung weiss ich, dass hier die Fortschritte, die das überseeische Deutschland macht, beständig mit einem klaren Blick und auch mit der notwendigen tatkräftigen Unterstützung verfolgt werden.
Württemberg steht in der Geschichte der Kolonisation an sehr hervorragender Stelle. Ich will Sie nicht mit einem historischen Abriss über diese Frage befassen; aber derjenige, der weiss, dass die Erschliessung des Orients eine Folge einer ganz frühen Zeit war, eine Folge der Kreuzzüge, der weiss auch, dass in diesem Württemberger Land der erste deutsche Kolonisator, Graf Eberhard im Bart, war, der seine Wege nach Palästina und dem Orient geleitet hat. Das war in längst vergangenen Zeiten; aber es ist mir eine der liebsten Erinnerungen aus meiner Kindheit jene Uhlandsche Ballade, die so sympathisch und so deutsch zu uns spricht. In späterer Zeit, im 19. Jahrhundert,