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Deutsch-Südwest-Afrika : Ergebnisse einer wissenschaftlichen Reise im südlichen Damaralande / von Karl Dove
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Dove, Deutsch - Südwest - Afrika.

gattungen vor der drohenden Ausrottung genügen würde, sondern gleichzeitig sich ein wahres und kaum noch dem Widerspruch unterliegendes Verdienst um die Entwickelung der Kolonie erwerben könnte r ).

V. Verkehrswege.

Das Studium der Handels - und Verkehrswege in unserm Schutzgebiet bietet insofern manches Interessante, als die plötzliche Steigerung des Verkehrs seit dem Jahre 1890 deutlich erkennen liefs, wie sich die Handelsbeziehungen schliefslich immer den natürlichen Verbindungslinien anpassen, und zwar auch da, wo sie ursprünglich infolge politischer Verhältnisse auf ganz andre Strafsen verwiesen zu sein schienen.

Vor dem genannten Jahre beschränkte sich der Verkehr des mittleren Schutzgebiets im wesentlichen auf eine Linie, welche, von Walfischbai ausgehend, den Swakob bei Usab oder bei Keigamkab erreichte und dann über Otjimbingue bis nach Okahandja dem Laufe dieses Flusses ziemlich genau folgte. Doch von einem erheblichen und regelmäfsigen Wagentransport konnte damals eigentlich nur bis Otjimbingue die Rede sein; was darüber hinausging, verteilte sich auf verschiedene Wege, die in mehr oder weniger praktischer Weise den Hauptorten des Landes zustrebten. Noch heutigen Tages bindet der in das sogenannte Handelsfeld, d. h. meist unter die im mittleren und nördlichen Damaralande lebenden Ovaherero ziehende Händler sich keineswegs an eine bestimmte Richtung. Er zieht von Werft zu Werft, und besonders im nördlichen Damaragebiet ist durch die Boden­gestaltung einem solchen Wandern auch nicht jene Menge von Hindernissen bereitet, die den Wagenführer in den von mir besuchten Landschaften zwingen, wenigstens im allgemeinen eine bestimmte Route innezuhalten.

Die Bildung einer Truppe fünf Jahre nach der Besitzergreifung und ihre seit Anfang 1893 ständig erfolgende Vermehrung waren die Ursachen für eine aufsergewöhnliche direkte und indirekte Steigerung des Verkehrs: direkt durch die Truppentransporte, indirekt durch eine ruckweise erfolgende Zunahme des Handels mit europäischen Waren. Die Not­wendigkeit, neue Wege aufser den bisher befahrenen in Benutzung zu nehmen, stellte sich immer dringender heraus, und diese Notwendigkeit liefs gleichzeitig die natürlichen Grund­lagen einer Entwickelung bestimmter Verkehrslinien deutlich hervortreten.

In Ländern wie Südwestafrika ist es nicht allein die äufsere Beschaffenheit der Weg­linie, nicht sowohl die Gunst der vertikalen Bodengestaltung, welche bei lebhafterem Verkehr wegbildend wirkt, als vielmehr die Möglichkeit, für das Haupttransportmittel, den Ochsen­wagen, die geeignetsten Strecken ausfindig zu machen. Oft ist der beste Weg kaum zu benutzen, weil an demselben Wasser und Putter nicht in genügender Menge vorhanden sind; anderseits ist bisweilen ein solcher trotz schlechter Bodenbeschaffenheit einer guten Strafse vorzuziehen. So sehen wir, dafs die denkbar beste Verbindung von Usab nach Otjimbingue, die sich südlich der Khousberge über eine vorzüglich fahrbare Hochebene hinzieht, von der überwiegenden Mehrzahl der Wagen vermieden wird, weil sie nur an wenigen Stellen obendrein unzureichende Wasserplätze berührt. Selbst die Schaffung neuer Tränkstellen für die Ochsen würde indessen nicht hinreichen, diese Route (über Schakalfontein) in Auf-

!) Welche Aussichten eröffnet nicht gerade die allerdings in ferner Zukunft liegende Möglichkeit, das Zebra anstatt des der Seuche unterworfenen Pferdes verwenden zu können! Die bisher angestellten Zähniungsversuche beweisen durch ihr öfteres Mifslingen nichts gegen die Durchführbarkeit einer solchen Zucht, da sie sich niemals auf eine längere lieihe von Generationen erstreckten. Vgl. hierzu E. Hahn, Die Haustiere, Leipzig 1805, S. 178. Die von Hahn geäufserte Ansicht, dafs es sich noch nicht sagen läfst, ob die Zucht des Tigerpferdes einen wirt­schaftlichen Vorteil ergeben werde, dürfte wohl durch eine aus dem angeführten Grunde entschieden bejahende Antwort widerlegt werden.