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Deutsch-Südwest-Afrika : Ergebnisse einer wissenschaftlichen Reise im südlichen Damaralande / von Karl Dove
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Dove, Deutsch - Südwest - Afrika.

Auf einem entlegenen Gebiet am unteren Oranje soll eine Herde verwilderter Pferde seit langer Zeit ihr Wesen treiben. Genaueres darüber ist nicht bekannt.

7. Das Maultier.

Das Maultier ist noch recht selten im Schutzgebiet, wird jedoch künftig wohl einer gröfseren Verbreitung teilhaftig.werden, da es durch die Pferdekrankbeit viel weniger ge­fährdet erscheint als das Pferd.

8. Der Esel

ist ebenfalls frei von der Pferdekrankheit. Er ist nicht sehr häufig, doch findet man ihn in einzelnen Orten, wo er meist zum Wasserholen und ähnlicher Kleinarbeit be­nutzt wird.

9. Das Kamel.

Das Kamel wurde in einer Anzahl von Exemplaren (10 Stück) zuerst 1891 nach Deutsch-Südwest-Afrika gebracht. Einige der Tiere starben, wurden aber durch ein paar im Lande geborene und gut gedeihende Junge ersetzt. Klima, Vegetation, überhaupt das ganze Land würde sich sehr gut zur Zucht dieses Tieres eignen, und dasselbe würde sehr wohl die Zeiten der Seuchen hindurch die Pferde und Ochsen zu ersetzen vermögen, wenn man bei seiner etwaigen Wiederverwendung von verständigeren Gesichtspunkten ausgehen wollte, als das bisher geschehen.

Zunächst stammten die eingeführten Tiere aus Tenerifa und waren schon darum nicht so geeignet für den Anfang wie die auf dem Eestlande Nordafrikas gezogenen Tiere. So­dann hatte man versäumt, den Tieren irgend jemanden mitzugeben, der sich auf die Be­handlung derselben verstand. Eine Anzahl übler Erfahrungen bei dem Versuche einer Verwendung waren die erste, ein Aufgeben aller ähnlichen Versuche und eine Entartung der vorhandenen Tiere durch Unthätigkeit bei reichlichem Futter die nächste Folge. Ich sah eine schwangere Kamelstute an vollständiger Verfettung aller inneren Organe zu Grunde gehen. Das Mifslingen dieses Züchtungsversuchs aus den angeführten Gründen zeigt, wie vorsichtig man solche Dinge anzufassen hat und wie unüberlegt es wäre, der Zucht eines Tieres die Möglichkeit absprechen zu wollen, wenn man nicht die näheren Umstände eines erstmaligen Mifslingens kennt.

10. Der Hund.

Hunde gibt es aufser den von den Eingebomen bereits früher gehaltenen eine ganze Menge. Die meisten europäischen Rassen scheinen gut fortzukommen, und ich habe im südlichen Damaralande nie erlebt, dafs eines der Tiere klimatischen Einflüssen zum Opfer gefallen ist. Dagegen sind weiter nach Norden die europäischen Hunderassen selten, wie aus der Wertschätzung hervorgeht, welche die nördlichen Stämme denselben beilegen. 1 )

Eine Verwendung der Hunde zur Jagd habe ich bei den Eingebornen selbst in Wind- hoek niemals gesehen, und auch der länger im Lande ansässige Europäer wird die Be­gleitung eines Eingebornen für vorteilhafter halten als den Besitz des besten Jagdhundes, da besonders die Schärfe der Augen und die Fähigkeit, einer Spur zu folgen, den Ein­gebornen in den Stand setzen, mindestens dasselbe zu erreichen wie das bestgeschulte Tier.

11. Die Katze.

Die europäische Hauskatze ist noch nicht sehr zahlreich und ist im allgemeinen, wie auch der Hand, der Gefahr des Verwilderns nicht wenig unterworfen.

!) Die Hereros boten für einen europäischen Hund bisweilen einen guten Ochsen.