IV. Verbreitung einiger Tiergattungen.
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schwarze Mamba, identisch mit der Imamba der Suhl. Sie hat die Dicke und die Farbe eines Aales, wird nicht selten 3 — 3|- m lang, ist aufserordentlich gewandt und sehr giftig. Sie wird wegen ihres angeblichen Speichelschleuderns auf den Gegner auch als Spuckschlange bezeichnet. Bs soll aufser der schwarzen noch eine gelbliche Abart dieses Tieres geben, doch habe ich nur Pelle der ersteren Art gesehen.
Aufser diesen überall vorkommenden Schlangen lebt in den sandigeren Teilen des Landes noch eine Art schwärzlicher Hornviper, die gleichfalls sehr gefürchtet ist. Im ganzen ist über die Schlangen des Schutzgebiets noch recht wenig Zuverlässiges bekannt, und es wäre sehr zu wünschen, dafs einmal ein zoologisch gebildeter Forscher diese interessante und in unsrer Kolonie so reich vertretene Gattung zum Gegenstande eines besonderen Studiums machte.
Entsprechend der Seltenheit offener Wasserflächen sind die Frösche weit weniger häufig, als in andern Ländern.
An sumpfigen Stellen und in den Wasserläufen und Bassins bei Windhoek gab es einen kleinen, schwärzlichen Frosch, der abends und nachts durch sein Quaken einen ungeheuren , sehr lästigen Lärm verursachte. Aufser diesem habe ich in den natürlichen Wasserbecken von Heusis einige Male eine sehr grofse Art gesehen, doch gelang es mir nicht, ein Exemplar zu fangen.
In noch höherem Mafse als von diesen Tieren gilt das eben Gesagte von den Fischen. Landfiscbe kommen meines Wissens nur im Grofsen Fischflufs vor und sollen dort an einzelnen, ständig wasserhaltigen Stellen eine Länge von 30—40 cm erreichen. Dagegen sind die kalten Gewässer des Küstenmeeres aufserordentlich fischreich. Viele Arten sind sehr wohlscbmeckend, andre zeichnen sieb durch Gröfse aus. Besonders häufig sind Haie der verschiedensten Gröfse, und bei ruhigem Wetter kann man in den geschützten Buchten die bekannten dreieckigen Flossen an vielen Stellen aus dem Wasser hervorragen sehen. Im allgemeinen könnte der Fischreichtum dieser Gewässer weit mehr ausgebeutet werden als heute, wo eigentlich nur die Topnaars von Walfischbai sich in etwas ursprünglicher Weise mit dem Fange von Fischen abgeben.
4. Gliedertiere &c.
Von Käfern gibt es eine ganze Anzahl Arten, welche besonders von Oktober bis April sich zeigen und von denen eine Menge sich durch schöne und schillernde Farben auszeichnet. Tagfalter sind weit, weniger artenreich und auch an Zahl bei weitem nicht so häufig wie die Käfer. Auch fehlen die grofsen und schönen Arten tropischer Länder im südlichen Damaralande wohl ganz. Zahlreich und in einer Anzahl von Arten vertreten sind hingegen Motten uud Nachtfalter selbst in den höheren Landschaften. Unter den zahlreichen Insekten gibt es mehrere grofse Wespenarten, darunter eine lange, rotbraune, welche fast hornissenartig aussieht und sehr gefürchtet ist. Ebenso gibt es Ameisen, Fliegen, M ü cken verschiedener Art, aber jedenfalls im Hochlande nicht die so unangenehmen Moskitos, die überhaupt im Süden des Hererolandos äufserst selten zu sein scheinen.
Die Termite ist nicht so häufig im Hochlande wie weiter im Norden, aber Vorsicht in den Wobnungen ist gegen die kleinen Ungetüme auch hier geboten. Auch begegnet man besonders grofsen Bauten im Hochlande seltener als in den Strichen am mittleren Swakob.
Von Heuschrecken, die in einer ganzen Anzahl von Arten im Lande vorkommen, erwähne ich drei. Die häufigste von ihnen ist die graubraune Wanderheuschrecke, die in ganz unglaublichen Massen von Zeit zu Zeit in eine Landschaft einfällt.
Die Tiere zeigen sich in der wärmeren Zeit, und wenn sie erscheinen, gleichen ihre Massen aus der Entfernung mächtigen Bauchsäulen und Wolken. Die zerstörende Thätig-