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Deutsch-Südwest-Afrika : Ergebnisse einer wissenschaftlichen Reise im südlichen Damaralande / von Karl Dove
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IV. Verbreitung einiger Tiergattungen.

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meist einzeln antrifft, und der ebenso wie der vorigen wegen ihres wohlschmeckenden Fleisches eifrig nachgestellt wird.

Auch die Gruppe der Reiher weist einige kleinere Vertreter auf, die aber bei weitem nicht so häufig sind wie die vornehmlich an der Küste lebenden Stelzvögel.

Aufser diesen traf ich einen an unsre Strandläufer erinnernden Vogel von grauer Färbung an den Lagunen und am Strande der Walfischbai. Seine Gröfse ist kaum die einer Drossel.

Der Flamingo ist an einzelnen Stellen der Küste, besonders da, wo gröfsere Wasser­flächen geschützte Buchten und lagunenartige Ansammlungen bilden, aufserordentlich häufig. Die Schwärme, welche man bei Walfischbai antrifft, sind so grofs, dafs einzelne von ihnen nach Tausenden zählen. Ich habe öfters den Strand am Gegenufer der Lagune so dicht von den Tieren besetzt gesehen, dafs die flachen Ufer vollständig rosarot gefärbt erschienen 1 ). Im Innern habe ich sie nur an den im unteren Swakob sich findenden Wasserflächen in grofser Nähe des Meeres gesehen. Zu nisten scheinen sie indessen- nicht an der Küste selbst.

Eine Wildente findet sich im ganzen Lande au kleinen Wasseransammlungen und Sümpfen. So fanden wir sie bei Nunidas am unteren Swakob, bei Otjikango katiti, in den Kluftthälern von Heusis und anderwärts. Ihre Gröfse ist jedoch nur die eines Huhnes. '

Pelekane leben in grofser Zahl in denselben Gebieten, in denen man dem Flamingo begegnet. Ein an den Kormoran in Farbe und Gestalt erinnernder Vogel findet sich ebenfalls zahlreich an der Küste. Albatrosse und Möven verschiedener Gröfse sind besonders häufig in den fischreichen Küstengewässern, doch trifft man die ersteren bereits weit draufsen auf hoher See.

Aufserordentlich häufig trifft man endlich einen kleinen Pinguin, der in grofsen Scharen die Küstengewässer des Schutzgebiets belebt, und von dem in erster Linie die reichen Guanolager herrühren dürften, welche sich, vom Kap Cross bis zum üraujeflufs au verschiedenen Stellen finden. Die Gröfse des Tieres ist nur etwa die einer Ente.

3. Reptilien und Fische.

Auch die Klasse der Reptilien ist in unserm Gebiet reichlich vertreten. Während einige derselben, die an die wenigen Stellen gebunden sind, welche das ganze Jahr hindurch Wasser führen, naturgemäfs zu den selteneren Erscheinungen gehören, gibt es andre, welche, wie die Landschildkröten, häufiger sind, wieder andre, die, wie die Eidechsen und Schlangen, an Arten nicht wenige, an Individuen oft eiue sehr bedeutende Menge aufweisen.

Die Familie der Landschildkröten scheint durch mehrere Arten vertreten zu sein, die aber hauptsächlich in den ebenen Gebieten vorkommen. Namentlich im Bastardlande trifft man häufiger Tiere von etwa 1520 cm Länge und gelbbrauner Farbe, doch habe ich auch zwei Exemplare von 40 cm Schildlänge zu Gesicht bekommen.

Gröfse Seeschildkröten zeigen sich öfters in der Nähe der Küsten von Südwest- Afrika.

Aufserordentlich zahlreich sind die Eidechsen, welche man überall findet. Bereits in den Übergangsgebieten zur Namib, ja in dieser selbst begegnet man diesen Tieren, die sich oft durch sehr schöne, schillernde Färbung auszeichnen. So fand ich ein Chamäleon in der Geröllwüste oberhalb Walfischbai in einem äufserst pflanzen- und tierarmeu Gebiet. Eine im Lande bisweilen als Leguan bezeichnete Eidechse kommt in deu Buschwäldern vor. Ich habe nur das Fell eines solchen Tieres gesehen. Die Länge desselben betrug

J ) Nach Angabe v. Bavens, Kapitäns S. M. S.Carola", waren die Vogelscharen auf der Landzunge von Pelikan Point so dicht, dafs sie das Erkennen der dort aufgestellten Bake erschwerten. Vgl. Annalen der Hydro­graphie, Bd. XVII, S. 264.

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