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Sklavenfrage in Afrika interessierende Partei von Interesse sein, daß heute in dem Teil der Oftküste, der von mir unterworfen ist, niemand es mehr wagen würde, Sklaven zu exportieren. Es sind bereits sechs Menschenräuber mit dem Tode durch den Strang oder durch Erschießen bestraft worden. Vom Export bedrohte Sklaven begeben sich überall in den Schutz der Stationen. Die schwarze Bevölkerung weiß, daß, wenn sie des Menschenraubes überführte Araber nicht ausliefert, sie selbst als Mitwissende zur Rechenschaft gezogen wird. Ganz besonders wird aber durch die Jumbes der Ortschaften, die ich verantwortlich mache, ein Export verhindert werden. Es ist also nach dieser Seite hin das irgendwie Thunliche mit Erfolg geschehen, und ist jedenfalls diese Art des Vorgehens gegen die Sklaverei im allgemeinen außerordentlich viel wirksamer und nebenbei auch billiger als eine Blockade durch Kriegsschiffe." — Demnach sind „internationale" Truppen in Deutsch-Ostafrika zur Bekämpfung der Sklavenhändler durchaus überflüssig.
Resolutionen haben nicht selten den Inhalt allgemeiner Sätze, die als solche iinmer auf dem Wege sind, Unheil und Verwirrung in den Köpfen anzurichten, weil sie zu abstrakt sind, um die Wirklichkeit vollständig zusammenzufassen und derselben gerecht zu werden. In den folgenden Auseinandersetzungen wollen wir inbetreff der erwähnten Kölner Resolutionen noch einige maßgebende Wirklichkeiten ans Licht zu stellen versuchen. Dieselben werden auch überhaupt einen tieferen Blick in manche bei den öffentlichen Debatten über- sehenen wichtigen Seiten der Sklavereifrage thun lassen.
Die ägyptische Regierung, die Engländer und der Sklavenhandel im Suva». — Unter den orientalischen Märchen, welche noch immer in Europa umherlaufen und auch in den Antisklaverei- versammlungen wieder auftauchten, steht obenan das von den lobenswerten Bemühungen der ägyptischen Regierung zur Unterdrückung des Sklavenhandels. Es steht jetzt historisch fest, daß die Schritte, welche der Khedive Ismail Pascha dagegen that, nur zum Scheine geschahen und dem Sklavenhandel selbst nicht zuleibe gingen. Seine Beamten im Sudan verstanden es auch so, wie die meisten gleichzeitigen Reisenden berichteten. Was that zum Beispiel der schlaue Mudir von Faschoda, der den Befehl erhielt, gegen die Sklavenhändler scharf