459
„Montag, 3. Dezember. Doppelte Strecke. Die Leute haben fast ihren Vorrat aufgezehrt und der Weg ist noch weit. Siebenmal führt der Pfad über denselben angeschwollenen Bach. Das letzte Mal fällt mein Träger hinein und ich mit. Der Mensch gewöhnt sich an alles.
„Dienstag, 4. Dezember. Die Leute können nur langsam voran. Der Boden ist steinig und die Gegend bergig. Mehrere Träger sind krank. Wenn zu gleicher Zeit Menschen und Elemente es auf jemanden abgesehen haben, dann geht's hart her und man kommt nicht ungerupft durch.
„Mittwoch, 5. Dezember. Um 10 Uhr biegt die Karawane um einen Hügel. Vor uns eine ungeheuere Ebene. Der Horizont ist von hervorragenden Berggipfeln hier und da begrenzt. Das Panorama erinnert unwillkürlich an das Meer und in der Ferne hervorragende Felsklippen. Die Träger gewahren diese Schönheit der Natur nicht. Aller Augen wenden sich links, wo man in zweistündiger Entfernung das Zinkdach der ersehnten Mission in der Sonne glänzen sieht. Die Erscheinung des nahen Zieles beflügelt die Schritte. Um 11 Uhr sind wir am Fuße des Hügels. Die Träger feuern jubelnd die Waffen ab zur Anmeldung unserer glücklichen Ankunft. Pater und Bruder holen mich ab und führen mich nach herzlichster Bewillkvmmnung in die schöne Mission ein, wo ich zuerst in der niedlichen Kapelle meinen innigsten Dank darbringe, und den Segen auf mein neues Wirken erflehe.
„Ich bin zuhause!"
Eigentümlicher Gebrauch beim Lagerfeuer.
Auf seiner Reise von Mombassa nach Kitui beobachtete I. M. Hildebrandt fast täglich die folgende Scene.
Abends, als alles im Lager versammelt und der Eingang zum Dorfe mit Dornbäumen verschlossen war, als die großen Lagerfeuer aufloderten und jeder seinen Schlafplatz zurechtgemacht hatte, erhob sich Budani, der älteste der Träger; er stieß dreimal ins Horn und rief dann mit lauter Stimme: