Der Markt zu Mbschidschi am HanganMa.
1. Nach der Schilderung Camerous.
Aus dem weiten Platze am See, dessen gegenüberliegende Ufer im Hintergrunde sichtbar sind, entwickelt sich ein reges, geschäftliches, lautes Leben. Meist gehen die Verhandlungen der Käufer und Verkäufer im Freien vor sich; nichts weiß man hier von der Bequemlichkeit der Marktbuden, der Verkaufsstände mit Tischen und Bänken, der Erdboden giebt Raum genug zur Niederlegung und zum Ausbreiten von Waren aller Art. Nur hin und wieder ist ein Schutzdach von Rohr oder Schilf und Palmenblättern auf hohen Pfählen errichtet.
Als Großhändler finden wir hier die mohammedanischen Händler von Sansibar, aus Arabien, wohl auch aus den Nilländern oder aus dem ferneren Indien. In der arabischen Tracht einander ähnlich, an Erfahrung und Handelsgewandtheit für den Europäer gefährliche Nebenbuhler, der Landessprache meist kundig, bringen sie ihre Waren zu hohen Preisen an den Mann und kaufen, was sie begehren, billig ein. Daß sie mit ihren Waren auch ihre Religion in den Negerländern ausbreiten und den christlichen Misstonären ebenso gefährliche Nebenbuhler sind, als den europäischen Kaufleuten, ist allbekannt.
Unter den Waren, die wir hier sehen, ist nächst den Sklaven — denn der Menschenhandel geht hier noch im Schwange — das Elfenbein sicher die wichtigste. Das Beschaffen dieser Ware greift tief in das Leben des Volkes ein; jeder Zahn ist Zeugnis eines ge-