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daß sie ihre Pflanzungen landeinwärts ausdehnen und selbst Copal im Gallalande graben dürfen. Einen anderen Zugang zu den Galla, außer dem Wanikadorfe Emberria (etwa 54 englische Meilen nordwestlich von Mombas), von wo es bis zu den Gallastämmen der Worrambes und Makoffires nicht gar fern ist, bietet der Pokomoni oder Maro, der bei Emtotoma in die Formosabucht sich ergießen und an zwei Stunden breit sein soll, in der Regenzeit aber stark austritt und das weite Land, worauf dann Reis gesäet wird und eine reichliche Ernte liefert, unter Wasser setzt. An seinem nördlichen Ufer wohnen die Pokomo, welche viele Städte bis auf zwölf Tagereisen landeinwärts haben, als friedliche Ackerbauer, die mit den am Flusse häufig als Handelsleute verkehrenden Galla gut stehen sollen. Sie sind nicht schwarz, aber sonst in Sprache und Sitten den Wanika sehr ähnlich, die nach einer Sage sogar von ihnen abstammen sollen. Vor Jahrhunderten sollen sie von den Galla fast ganz aufgerieben worden, diese aber dann zur Einsicht gekommen sein, daß das Aussterben der Pokomo ihnen sebst Schaden brächte, von wo ab sie gute Nachbarschaft mit ihnen hielten. „Gott hat diesem Strome (vem Pokomi) seinen Lauf gewiesen; Er weiß auch dessen Bestimmung, und sie wird erreicht werden, sobald es Ihm gefällt."
4. Das Gebirgsvolk der Taita.
Das wilde Gebirgsvolk der Taita halbwegs zwischen Mombas und dem Kilima Ndscharo ist erst durch die im Jahre 1884 von der englisch-kirchlichen Missionsgesellschaft zu Sag all« durch den Missionar Wray gegründeten Mission näher bekannt geworden, und wir geben hier die interessante Schilderung, welche dieser Missionar von Land und Leuten entwirst („Allgem. Missions-Zeitschrift" 1885, 2. Anhang, S. 29 ff.):
„Es ist ungefähr ein Jahr vergangen, seitdem ich hier angekommen bin. In dieser Zeit habe ich Land und Leute, ihren Charakter und ihre Sitten kennen gelernt. Ich besuche die Leute und kann schon ein wenig in ihrer Landessprache mit ihnen verkehren.