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Ostafrika, der Sudan und das Seeengebiet : Land und Leute ; Naturschilderungen, charakteristische Reisebilder und Scenen aus dem Volksleben, Aufgaben und Kulturerfolge der christlichen Mission, Sklavenhandel ; die Antisklavereibewegung, ihre Ziele und ihr Ausgang ; kolonialpolitische Fragen der Gegenwart ; nach den neuesten und besten Quellen / von Johannes Baumgarten
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Station Kamlikeni, vier bis fünf deutsche Meilen nördlich eine Ge­meinde gesammelt. B.)

2. Die Walamba.

Während die Wanika für sich die Berge und Wälder behielten, die ihnen zur Festung dienen, haben sie das Flachland den Wa­lamba (sinss. Mkamba oder Enkamba) überlassen, die teils mit den Manila zusammenleben, teils weiter ins Innere verbreitet sind, und deren nach ihrer eigenen Behauptung von Nordwesten gekom­mener Stamm durch das Eindringen anderer im Verlauf der Zeit abgeschnitten worden zu sein scheint; ihre Sprache gehört mit dem Suaheli und Manila zu einer Familie. Ukambani, das Land der Walamba, das sich sieben Tagereisen von Süden nach Norden und ebenso weit von Osten nach Westen erstreckt, ist an manchen Orten stark bevölkert, obwohl die Bevölkerung noch viel größer sein könnte. Waldungen giebt es wenige im eigentlichen Wakambaland, und sie sind an vielen Stellen ausgerodet für die Zwecke des Landbaues und der Viehzucht. Gegen Norden und Nordosten ist das Land ge­birgig, ebenso auch gegen Südwesten, was eine Wohlthat für die Walamba ist, weil sonst die feindlichen Galla im Osten und die wilden Wakuafi und Wasai im Südwesten sie schon lange aus ihren Wohnsitzen würden vertrieben haben. Das Klima ist nicht beson­ders heiß, da das Land gewiß 4000' über der Meeresfläche liegt. Die Walamba selbst sind im allgemeinen hohe und wohlgebaute Leute von brauner Gesichtsfarbe, schöner und dem Galla ähnlicher als die Manila, schlank und stark. Aber sie stehen niedriger als jene und sind furchtbare Trunkenbolde. Ihren Körper, namentlich das Haar, reiben sie oft mit Butter und rotem Oker ein, was ihnen eine rötliche Farbe verleiht. Dabei sind sie große Liebhaber von Schmucksachen, namentlich Glasperlen und Kupferdraht, und Hals, Arme, Lenden und Fußknöchel, sowie die Haare, sind mit Glasperlen bedeckt, was ihnen bei ihrer Nacktheit ein seltsames Ansehen giebt. Ihre 4 5' hohen Hütten gleichen durchaus denen der Manila. Im Innern derselben haben sie eine aus zwei Pfählen oder