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und beim Transport zum Duar erwarten ließ. Denn der Sklave ist im Orient mehr ein Kinv im Hause, der Soldat in Ägypten ist nicht zum schlimmsten daran.
Laßt nun die Reiter auf abessinischen Pferden sitzen, statt der langen Locken feine Haarzöpfe, statt der Ferdas weitärmelige Hemden tragen, statt des Schwertes eine Lanze führen, so habt ihr die Bagara-Beduinen, welche in ganz ähnlicher Weise die Schillukneger des Weißen Nil bekämpfen und berauben, Neger, die den Denka übrigens sehr nahe stehen. R. Hartmann.
4. Der Markt zu Kassala.
Die Sonne erhob sich schlaftrunken aus weißem, schwellendem Nebelbette und aus Südwesten kam ein leiser, kühler Wind herüber, der bei höher steigender Wärme stärker werdend, Staubwolken in den Straßen der Stadt Kassala aufwirbelte. Auf dem Markte, den ich betrat, gesellten sich zu dieser Unbehaglichkeit die wenig lieblichen Ausdünstungen von Waren, Menschen und Tieren. Ich ging auf dem Platze auf und ab und beobachtete das ganze Getriebe des geselligen Verkehrs.
Ein dichter Haufen von dunkelfarbigen Menschen, meist mit nackten Oberkörpern, zum Teil mit Stöcken oder blinkenden Lanzen bewaffnet, drängte sich mir entgegen, durch sie mußte ich mir mühsam den Weg nach dem Marktplatze bahnen. Dort war es ebenfalls oft nicht möglich, durch die bunte Menge der Marktbesucher hindurchzukommen. Hier boten einige Leute auf alten Strohmatten, die an der Erde ausgebreitet waren, in einzelnen Häufchen aufgestellt etwas Tabak zum Verkaufe dar, daneben hockten vier oder fünf dunkle Gestalten der Wildnis in eifriger Konversation begriffen, ohne sich viel um die sich drängenden Menschenmassen zu kümmern. Andere Händler halten in Ledersäcken trockene Datteln zu verkaufen und gaben das Stück zu 1, später 1^ Para (1 Piaster — 40 Para oder 1^ Groschen). Auch Salz und Gewürze, meist Pfeffer, waren zu haben; dort standen mehrere Soldaten, um etwas bräunlich aus-