247
was Homed erträgt. In großen Sätzen, unbekümmert um die nachgesandten Kugeln und Pfeile, springt er von Stein zu Stein. Ihm nach der verwundete Sullivan, während Fred und der andere Schilluk den Rückzug decken.
Unaufhaltsam eilten die Flüchtlinge weiter, im Laufe jede Deckung benutzend, denn von unten schwirrten noch Pfeile empor und etliche Schwarze folgten ihren Fersen. Aber Freds wohlgezielte Kugeln und die kräftigen Säbelhiebe seines dunkelhäutigen Begleiters trieben sie in respektvolle Entfernung zurück. Bald erlahmten die wenigen Verfolger und wandten sich schnell, wie sie gekommen, zum Lager, in dem wüstes Lärmen herrschte und man eifrig bemüht war, den verwundeten Sklavenschah aus seiner Betäubung wachzurufen.
„Hurra für Alt-England! Mut, Mut, Kameraden, dort sind die Hütten von Ambukol!" — Sullivans Worte belebten die kleine Gesellschaft, die sich unverhofft aus großer Gefahr errettet sah. Das Abenteuer war gut verlaufen, dank dem Umstände, daß durch die Verwundung des Sklavenhändlers Verwirrung unter dessen Leute gebracht worden war. Andernfalls hätte es freilich das Leben der Tollkühnen kosten müssen, denn der wütende Araber hätte alles aufgeboten, um jene zu strafen, die ihn betrogen und beraubt.
Es erübrigt noch, hinzuzufügen, daß Fred sowohl wie Sullivan ihre Abenteuerlust außer mit dem ausgestandenen Schreck und der Verwundung auch noch durch eine entsprechende Strafe vonseiten ihres Vorgesetzten büßten.
3. Eine Sklavenjagd in Seimaar.
Versetzen wir uns einmal in die Steppen Sennaars unter einen Stamm Beduinen, dessen Duar oder Zeltenlager eben eine Abteilung Dromedarreiter entsendet, um aus dem benachbarten Territorium der Denkancgcr Sklaven zu holen. Unsere Schilderung beruht auf eigenen Anschauungen.
Der Gum, d. h. die Streifpartei, gegen 40—50 Mann stark, besteigt seine großen, klapperdürren, eckig geformten Dromedare.