Weshalb eine radikale Aufhebung
des afrikanischen Sklavenhandels
Kaum zu hoffen ist. Schwierigkeiten dieser Aufhebung.
1. Erfahrungen »nd Ansichten Liviugstones «).
Das Institut der Sklaverei und das mit demselben eng verknüpfte des Sklavenhandels, so schneidend es auch dem Gefühle gesitteter Kulturvölker und den Humanitären Begriffen unseres Jahrhunderts widerstrebt, ist doch von zu hohem Alter und zu innig mit den Anschauungen, mit der Lebensweise und den Bedürfnissen weilverbreiteter Menschenmassen verwoben, als daß eine so oberflächliche Behandlung dieser Frage, wie sie in Ergüssen philanthropischer Entrüstung derselben gemeiniglich gezollt wird, als stallhaft erschiene. Sklaverei findet sich unter der einen oder anderen Form fast über den ganzen Orient verbreitet und ist als eine natürliche Folge einerseits in der Seßhaftigkeit der dortigen Völker, oder, wo diese fehlt, wenigstens in ihrer Ernährungsweise durch Viehzucht und Ackerbau, welche die Leistung bestimmter, über den momentanen Bedarf des einzelnen hinausgehender Arbeit bedingt, anderseits in der Schwierigkeit und meist Unmöglichkeit, freie Arbeitskräfte zu beschaffen, begründet. Freie Arbeit neben der Sklavenarbeit kann auch überhaupt nicht bestehen;
*) Nach der Bearbeitung von Hermann v, Barth, David Livingswne, der Afrikareismde, Leipzig 187S.