Erziehung
des Uegers zur Arbeit und seine Arbeitsleistung.
1. Ansichten und Erfahrungen des vi-. G. A. Fischer, prakt. Arzt in Sansibar^).
Sowohl die in Afrika von den Mohammedanern, wie die in Amerika von den Weißen geübte Sklaverei zeigt uns, daß eine selbst Generationen hindurch in anderer Umgebung und unter anderen Lebensverhältnissen geleistete Sklavenarbeit die Natur des Negers nicht ändert. Sobald der Zwang aufhört, hört auch das Arbeiten auf. Nur in den Gebieten, wo ihn die Not dazu zwingt, leistet er die zur Befriedigung seiner geringen Bedürfnisse erforderliche Arbeit; in den Distrikten, wo die Natur so freigebig und verschwenderisch ist, ihm ein müheloses Dasein zu gestatten, kommt er als Arbeiter für die Plantagenwirtschaft nicht in Betracht. Viele der fruchtbarsten Pflanzungen sind in den westindischen Kolonieen, besonders auf Iamaica und Domingo, zu Wildnissen geworden; man hat sich gezwungen gesehen, Hunderttausende von indischen Kulis zu importieren,
*) AuS: Dr. G, A, Fischer, Mehr Licht im dunklen Weltteil. Hamburg, Friederichseu, 188S. Dr. Fischer hat in dieser gediegenen Schrift seine siebenjährigen Erfahrungen als praktischer Arzt und Reisender in Ostasrika niedergelegt; dieselbe ist allerdings gegen die Asrikaschwärmer gerichtet, aber „nicht um denselben Afrika zu verleiden — Verfasser ist selbst ein eifriger Anhänger der Kultivation Afrikas —, sondern um ihnen die Fieberdelirien zu vertreiben, die ein klares Denken nnd eine nüchterne Auffassung der Verhältnisse nicht gestatten".