72
„So würde dann unserer wichtigen Thätigkeit im heiligen Land ein soliderer und erfolgreicherer Ausgangspunkt geschaffen, wenn sich der ökonomische Teil unserer Zöglinge auf dem Land bei Namleh ansiedeln kann und der solidere Teil unserer Handwerkerzöglinge um das Waisenhaus her, von denen die reiferen nach Bedürfnis auf die wachsende größere Ansiedelung bei Namleh nachrücken können.
„Halten wir diesen Plan fest, möge uns Gott langsamer oder schneller zu seiner Realisierung helfen, so werden wir, auch wenn wir arm sind, viel Segen in diesem Lande stiften und auch in kultureller Hinsicht einen bedeutenden Umschwung in der ganzen Umgebung von Namleh und weiter hinaus veranlassen."
d) Zie protestantische AWon an der SoldWc uns deren linMirersolge*).'
Nicht weniger segensreich als die katholischen Missionen wirken die protestantischen aus der britischen Gold-Coast-Colony, deren Zentralanstalt sich in Christiansborg bei Akrah befindet. Hier kämpfen die Verbreiter der abendländischen Kultur mit unvergleichlichem Heldenmut gegen das mörderische Klima. Unheimlich ist das Gespenst, das durch die Palmengründe und üppigen Thäler, am Strande und auf dem Felde wandelt und plötzlich einen anhaucht, der vor wenig Stunden fröhlich gesungen. Starkes Erbrechen und Frost werfen den Starken hin wie ein widerstandloses Kind, dann kommt die Glut in den Adern, als ränne flüssiges Blei darin, und in stiller Apathie brechen die Kräfte oft schnell zusammen. Chinin ist zur Hand, aber der Magen verträgt's nicht — oder es hilft nicht; letzte Aushilfe ist Arsenik bis zu sechs Tropfen. Acclimatisation giebt's nicht; wen's in späten Jahren packt, den reißt's dann oft erst recht im Sturm dahin. Einige bleiben freilich auch ganz verschont. Als das englische Kanonenboot „Flirt", das mit uns in Kap Coast-Castle lag, auf dem Niger fuhr, hatte es von 96 Mann 82 Kranke, so daß es mit Negern Anker lichten mußte. Bis auf einen wurden in Ascension alle wieder gesund.
Den englischen Beamten an der Küste steht auf zwölf Monate
») Von Mannepfarrer Heims. „Tägl. Rundschau", 1883, 295. 6.