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wie ihre Borgänger in der Mission zum Ackerbau und zu den verschiedenen Handwerken herangezogen.
Der Missionar seinerseits befleißigt sich ebenfalls, durch Bearbeitung des Bodens seiner Mission das zum Unterhalt Nötige zu besorgen, und die Erfahrungen seiner Mitbürger anderswo setzen ihn in den Stand, zur allgemeinen Entwickelung des Ackerbaues in seiner Gemeinde viel beizutragen. In jeder Mission befindet sich ein Gemüsegarten, und die angefangenen Kasfeepflanzungen liefern sehr befriedigende Resultate.
Behufs Wahrung der Ordnung im neuen Dorf wird einer der ernsteren und besseren Männer zum Wächter oder Oberaufseher gewählt. Dieser muß, wo er leichtere Fehler gewahrt, dem Schuldigen einen freundlichen Rat oder eine Warnung erteilen. Die schwereren Fälle werden vor den Missionar gebracht, welcher immer in letzter Instanz über solche Vergehen urteilt.
Dieser kurze Bericht giebt einen allgemeinen Begriff jenes Werkes christlicher Zivilisation, welchem der Missionar Leben und Kräfte weiht.
Bagamoyo anfangs des Jahres 1389.
Vorstehenden Bericht aus einem katholischen Blatte vervollständigen wir durch eine Schilderung der Zustände anfangs des Jahres 1389 aus der Feder eines unbefangenen Augenzeugen, des bekannten Korrespondenten der „Kölner Zeitung", H. Zöller dem wir bereits so manche tüchtige geographische Arbeit, u. a. auch über das deutsche Äquatorialafrika verdanken:
„Die Leitung dieser Missionen, und zwar der ostafrikanischen sowohl als der westafrikanischen ist eine musterhafte. Die Missionare sind hochgebildete Leute, ebenso liebenswürdig wie duldsam, ebenso frei von Dünkel wie von Vorurteilen. Und nach dem biblischen Spruche: ,An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen', gebührt, soweit mein Urteil und meine Erfahrung reicht, unter allen mir bekannten Missionen den französischen der erste Preis. Viel, sehr viel liegt schon an dem Grundsatze, die Eingeborenen nicht bloß zum Beten und
*) „Köln. Ztg." Ende M-r; 1839.