und segensreicher erscheint mir das Wirken der französischen Mission, und ich kann an dieser Stelle nur den aufrichtigen Wunsch aussprechen, daß dieselbe immer ein ruhiges und ungestörtes Wirkungsfeld in Ostafrika finden möge.
Um hierfür eine Garantie zu erlangen, ist man vonseiten der Mission neuerdings in Unterhandlung mit der deutsch-ostafrikanischen Gesellschaft getreten und hat sich dabei auch bereit erklärt, das französische gegen das deutsche Protektorat zu tauschen.
Über die deulsche Missionsthätigkeit ist bis jetzt noch wenig zu sagen. Ende 1885 ließen sich die ersten deutschen Missionare in der Gegend von Lamu nieder mit der Absicht, ihre Thätigkeit unter den Wapokomo zu entfalten. Später sind nun mehrere, sogar schon einige weibliche Personen gefolgt, und man hat beschlossen, eine weitere Niederlassung in Dar-es-Salaam zu gründen. Ob dieser Beschluß gerade ein glücklicher zu nenne» ist, erscheint mir etwas zweifelhaft. Ferner beabsichtigt man vonseilen der Missionsgesellschaft in Sansibar ein deutsches Hospital zu errichten und sür den gleichen Zweck hat die nach Ostasrika entsandte Vertreterin des nationalen Frauenbundes, Freiin Frieda v. Bülow, Dar-es-Salaam ausersehen. Wünschen wir, daß bald erfreuliche Erfolge zu verzeichnen sein werden!
3. Erziehung der Neger zu Bagamoyo^).
An 200 den Sklavenhändlern abgekaufte Kinder, Knaben und Mädchen, genießen in Bagamoyo eine christliche und gesellschaftliche Erziehung. Oft noch in zarten Jahren, nur gerade alt genug, um das volle Elend ihrer Lage zu begreifen, werden diese Kleinen den Armen der Mutter entrissen und aus den entlegensten
*) Die evangelische Missionsgesellschaft sür Ostafrika hat vom Sultan Ehalifa in Sansibar bereits ein Grundstück gepachtet und ist mit der Errichtung eines Hospitals vorgegangen; doch sind noch nicht alle Geldmittel (200000 Ml.) zusammen.
**) W, HelmeS, Monatsschrift: Gott will es. Münster 1869 (Mai). S. 166 ff.