Die christliche Msston
in der Wertschätzung der Gebildeten und der Forschungsreisenden.
1. Die Teilnahmlosigkeit der sogen. Gebildeten und der höheren Stande. Ihre Ursachen.
Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß in Deutschland unter den sogen. „Gebildeten und den höheren Ständen" die christliche Mission nicht die Wertschätzung genießt, welche sie verdient und die derselben auch von den Engländern und Nordamerikanern in reichem Maße zuteil wird. Es giebt ganze Gesellschaftskreise: Männer der Wissenschaft, Kaufleute, Industrielle, welche der Mission fremd bleiben, ja aus Widerwillen sich jeder Kenntnisnahme derselben entziehen. Diese Teilnahmlosigkeit ist um so befremdender, da sich heute dir christliche Mission zu einer der Hauptweltmächte der Zivilisation emporgeschwungen hat, welche auf dem friedlichen Wege des Unterrichts und der Erziehung (die protestantischen Misstonen allein arbeiten mit mehr als 13 000 Unterrichtsanstalten und mehr als eine
Million Schülern) abendländische Kultur und Gesittung unter den noch immer zahllosen Scharen des Barbarentums verbreitet, und da, wie man an dem Beispiele der Ausbreitung der englischen Weltmacht schon längst hätte erkennen sollen, selbst wichtige nationale Interessen damit eng verbunden sind. Die Mission ist aber die thatkräftige Expansion der religiösen Idee; wo diese Thatkraft erlahmt, da sinkt auch mit der Religion die Gestaltungskraft des höheren geistigen Lebens; denn die Religion ist der Idealismus des