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Der koloniale Verkehr Deutsch-Ostafrikas : ein wirtschaftsgeographischer Versuch / von Johann Gottfried Benndorf
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durch Gras- und Dornbuschsteppe, also durch trockenes Gebiet, das nur in der Nähe der Vulkane durch Bäche berieselt wird. Für die Kolonialwirtschaft hatte sie noch wenig Bedeutung, die aber im letzten Jahrzehnt mit der -zunehmenden Wichtigkeit der westlichen Landschaften Umbugwe und Jraku in stetem Steigen begriffen war (17, 21; 127, Karte).

Ihr Verlauf und ihre Rasipunkte lassen sich gut verfolgen: Von Aruscha führt der Pfad nach Engare Olmontonj, wo ein kräftiger dauernd fließender Bach, der vom Meru kommt, und an dem einige Farmen liegen, nach 10,1 Km die erste Etappe bildet. Nach weiteren 18,6 Km gelangt man bei Nairaschamscha an einen vom Mondul kommenden Bach, der jedoch nur in der Regenzeit Wasser führt: in der Trockenperiode muß man das Wasfer eine halbe Stunde aufwärts holen lassen. Von da ab sind es 23,5 Km bis Emugur Engegobai, wo am Fuß einer Geländestufe auch in der trockenen Jahreszeit ein ausgiebiges Wasferloch im Felsbett ist. Das grüne, schmutzige Wasser wird durch Zusatz von Alaun sofort klar und genießbar. Die nächste Trinkstation ist Mbujuni, nach 18,6 Km, wo ein Kessel im felsigen Bachbett grünes, schmutziges, aber nicht salziges Wasser enthält. Er ist vor dein Austrocknen nicht geschützt, bei Hochwasser dagegen erreicht hier der Wasserstand 3 m. Mkujuni, die nach 9,2 Km folgende Wasserstelle, wurde 1906 durch Kies- und Sandmassen, die das Hochwasser mit sich brachte, verschüttet, bis zur weiteren sind aber nur 6,9 Km Weg. Hier ist bei Msuakini ein periodischer Teich mit Süßwasser. Dann sind es 11,4 Km bis zur Station Matjakoja Mutakaiko. In sehr trockener Zeit muß man einem Trockenbett hier 6V2 Km nach Nordwesten folgen, wo im Bett ein Teich reichlich Wasser bringt. Sonst findet man in einem der benachbarten Bachbetten schmutziges, aber nicht salziges Wasser. Es folgen dann noch 21,4 Km bis zu Mutakaikos Tembe und weitere 10,3 Km bis zur Inder- und Suahelisiedelung im südlichen Umbugwe. Der ganze Weg von Aruscha bis dorthin ersteckt sich in einer Länge von 130 Km.

L. Straßenbauten.

Für den deutsch-kolonialen Verkehr, der zunächst auch fast ganz auf die vorhandenen Karawanenpfade angewiesen war, genügten die Bedingungen, unter denen sich auf ihnen der Verkehr behaupten konnte, natürlich von vornherein in keiner Weise. Es war daher nach der Übernahme des Schutz­gebiets die erste Aufgabe, den Verkehr auf den vorhandenen Überlandwegen durch deren Verbesserung zu erleichtern, ehe man daran denken konnte, sie durch Eisenbahnbauten zu ersetzen. Landstraßen in unserem Sinne schuf man dabei im.allgemeinen nicht. Es kam vor allem darauf an, für die Trägerkarawanen bessere Wege herzustellen. Gewiß hatte man anfangs den Plan, quer durch die Kolonie Fahrstraßen anzulegen, auch noch Gouverneur Graf Götzen trat dafür ein, aber man mußte bald einsehen, daß es unmöglich ist, einen regelrechten Wagenverkehr darauf zu entwickeln, und daß das Kapital, das der Bau einer für tropische Regengüsse be-