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Die Engelswiege : aus der geschriebenen Chronica des D. Bernardus Fabritius bremischen Bürgers / mitget. von Bernhardine Schulze-Smidt. Zeichn. von Margarethe von Reinken
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ACHTES STÜCK

eiß nicht, auf was für Art wir unserer Irrungen Ziel erlangten endelich, und verrannen uns der Stunden vier, gleichwie geschöpfter Sand zwischen eines Kindes Fingerlein hinweg flieht. Erwirkte Beides, Furcht und Leiden, in mir und

dem Hänsichen, so als auch in der frommen Creatur, die uns sollte tragen gen Mariä Lilienthal getreulich. Zitterte und schnob oftmals vor Ängsten, und wollte ihre Hufen nicht füransetzen, maaßen unseres Fäßleins Licht ward ausgethan von der Flocken Macht, und stund sein Docht im Wasser gänzlich. Muß solches in der Wetterung Gegenden geschehen sein, und war es stichdunkel um uns, sonder Mond und lieben Sternen. Fanden nirgends keinerlei Weiser unseres Weges; denn daß wir zu Zeiten unsere vcrklammten Hände hoben, genäßt vom Schneien, ließen die bitterkalte Luft über ihnen hin streichen, und ermaaßen also die Rich­tung nach des Windes Blasen. Sahen nicht, was Erdreich unter uns sei, oder Wisch, oder Moor, oder Wassergraben, und breitete sich der Sichtkreis öd und leer, der Welt gleich, an der Schöpfung erstem Tage, da Gott Vater ob unserer chaotischen Erdscheiben saß, und be­sann sich, was er aus solcher Unform wohl möge machen. Ragten nur

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