der schon in den Polizeigesetzen des 15. Jahrhunderts unter dem Namen des Kaakes 7 vorkommt.
Und die Polizei erhielt einen Sieg über einen Übelstand, den, so groß er auch war, die langjährige Gewohnheit zu heiligen schien. Teils nach dem Domshof, teils nach dem Grasmarkt* vor dem Rathause brachte man bis dahin an den Markttagen die Schweine zum feilen Verkauf. Vielen gereichte dieses zum Anstoß, außerdem beengte es die dortige Durchfahrt, verunreinigte die Straßen und verdarb sie nicht selten durch das Aufwühlen, des unerträglichen Geschreis jener Tiere nicht zu gedenken. Lange hatte man daher gesucht, sie von diesem besuchtesten Teil der Stadt zu entfernen, aber es fand mancherlei Schwierigkeiten, einen anderen Marktplatz für sie aufzufinden, der allen Erfordernissen ohne Unbequemlichkeit entsprach, bis eine Verordnung vom 3. September 1785 zum Schweinemarkt in der Stadt den Platz hinter der alten Hauptwache 9 , den man zu diesem Zweck einriegeln und mit Steinen belegen ließ, in den Vorstädten aber den sogenannten Panzenberg am Waller Baum 10 anwies.
6. Verbesserungen auf private Kosten: Vegesacker Havenhaus — Waisenhäuser — Wegebau im Landgebiet
Neben solchen Verbesserungen auf öffentliche Kosten verdankt der Staat noch mehrere schöne Denkmäler dieses Jahrzehntes der Freigebigkeit und dem Wohltätigkeitstrieb seiner Bürger, denen es ein angeborenes süßes Gefühl gewährte, von ihrem reichen Erwerb dem Vaterlande und ihren bedürftigen Mitbürgern freiwillige Opfer zu bringen.
Das Havenhaus zu Vegesack wurde baufälliger'. Bei dem lebhafteren Verkehr, den die vermehrte Schiffahrt und der Schiffbau in Vegesack erzeugten, befriedigte das Innere jenes Hauses nicht mehr die Bedürfnisse aller derer, die jetzt häufiger dahin kamen. Die Betriebsamkeit des damaligen Verwalters (Andreas Gottlieb Kulenkamp-) eröffnete eine Subskription unter den Kaufleuten, die er bald so weit gefördert sah, daß im Jahre 1781 das jetzige Havenhaus, bloß mit
7 Der Kaak oder Pranger wird urkundlich erstmals 1387 erwähnt.
8 Grasmarkt hieß der Platz zwischen dem St.-Petri-Dom, dem Rathaus und dem heutigen Haus der Bürgerschaft.
9 An der platzartig erweiterten Fortsetzung der Brautstraße standen im Norden die ehemalige Hauptwache und im Süden das Krankenhaus. So wurde das Areal achter der Höf wacht oder vor dem Krankenhaus, seit 1785 aber nach seiner Verwendung Schweinemarkt genannt. 1821 erhielt es die Bezeichnung Neuer Markt.
10 Schlagbaum in der westlichen Vorstadt am Anfang der — durch die äußere Befestigungslinie (Landwehr) - nach Walle führenden Straße (heute Utbremer Straße).
1 Das Havenhaus war 1645/48 errichtet worden.
2 Der Hafen von Vegesack wurde von einer Deputation verwaltet, der zwei Ratsherren als Hafenherren und zwei Bürger angehörten. Einer der letzteren war der Kaufmann und Eltermann Andreas Gottlieb Kulenkamp (1731-1806).
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