Mehrteiliges Werk 
Geschichte der Domkirche St. Petri zu Bremen und des damit verbundenen Waisenhauses und der ehemaligen Domschule, von ihrem Ursprunge und mancherlei Schicksalen bis zum Jahre 1828 : mit zwei Abbildungen / von Heinrich Wilhelm Rotermund
Entstehung
Seite
124
Einzelbild herunterladen
 

124 Der Dom kommt durch den ivestphälischen Frieden an Schweden,

herigen Exemplare des größern Formats waren endlich meisten- theils vergriffen, und 1815 eine neue Auflage auf Kosten der Domprediger-Wittwencasse und zum Besten derselben besorgt. Diese letzte Hoffnung aber verwandelte sich durch unvorhergesehene ungünstige Umstände in großen Schaden, den die Casse dadurch litt. Eine neue Auflage ist jetzt unter der Presse.

Zu der ersten Ausgabe trugen die in der Stadt zerstreut lebenden Lutheraner 1233 Rthlr. freiwillige Gaben bei, und von diesen Geldern errichteten die oben genannten Domprediger im Jahre.1687 eine Casse sür die hinterlassenen Wittwen; da von den Zinsen jedes Jahr ein Drittheil zu Capital gemacht wurde, so ist dieses vom I. 1687 bis 1827 zu der Summe von 16,433 Rthlr. angewachsen. Seit diesen Jahren sind 23 Dom­prediger verstorben, von denen 10 keine Wittwen hinterließen, von den übrigen 12 Pastoren haben die Wittwen von den Zwei­drittheil Zinsen 18,485 Rthlr., und unter ihnen die vorletzte, da sie von 1809 bis 1827 allein war, 7143 Rthlr. 25 Ero­ten erhalten. Der Eintritt in die Casse betragt 5 Rthlr 48 Eroten und der jahrliche Beitrag 3 Rthlr.

In eben dem Jahre 1687 sicherte die Schwedische Regie­rung in Stade, durch ein Rescript vom 13. Mai, auch den Wittwen der Domprediger ein volles Gnadenjahr, mit allen Ein­künften, zu, das mit dem Todestage anfangt; und den 13. Mai 1706 wurde diese Zusicherung dem Superintendent Lochner und den andern Predigern sogar in ihre Vokationen mit einge­rückt.

Als im Jahre 1693 König Karl XI. ein großes Jubelfest zum Gedächtniß der 1593 zu Upsal gehaltenen Versammlung und der von allen Schwedischen Standen einmüthig angenom­menen evangelischen Lehre feiern ließ, verordnete er, daß solches auch in den Hcrzogthümern Bremen und Werden geschah. Zum bleibenden Andenken dieser Sache wurden in allen Kirchen Ta­feln mit einer gedruckten Nachricht davon aufgehängt. Schwer­lich werden aber jetzt noch solche zu finden seyn; vermuthlich ha­ben die Zeit und die Holzwürmer längst schon ihr Recht an ih­nen ausgeübt. Diese Feier fiel auf den Sonntag Quinquagc- simä, und es mußte über das ordentliche Evangelium gcpredigct werden. In der Domkirchc wurde in den 3 Predigten darüber