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Von der Stiftung der Domkirche
mit den Heiden umgehen, und sie sowohl von der Falschheit ihrer, als von der Wahrheit der Christlichen Religion überzeugen müßten. So bald sie genugsam vorbereitet waren, gebrauchte er sie als seine Missionarien. Wo durch ihn, oder durch seine Gehülfen, eine gehörige Anzahl Heiden bekehret waren, ließ er Kirchen zum gemeinschaftlichen Gottesdienst errichten. Wille- hads Bischofsamt war aber von sehr kurzer Dauer, denn er verwaltete es nur zwei Jahre, 3 Monate und 26 Tage. Er wurde, als er zu Blerum das Wort Gottes predigte, krank, und starb daselbst am 8tcn November des Jahres 790. Sein Leichnam wurde auf der Weser nach Bremen gebracht und in der Domkirche begraben. Da man aber nachher seine Gebeine, wegen der Seeräuber, nicht sicher glaubte, wurden sie in die vom Bischof Willerich gegründete Willehadi-Kapelle beigesetzt, bis sie Anscharius im Jahre 859 wieder in den Dom zu bringen, verordnete. (S. Wviiei-i citio«. — Albert von Stade, S. 83. I^nAendeeK, serijiwl-. rer. O!iiiie.,S. 345 f., Adamv.Bremen, übersetzt vonMiscgaes, Bremen 18Z6, gr. 8. KloUeri Limdria liierst!!) I'orn. II.) Siebenzig Jahre nach Willehads Tode entdeckte man die wunderthatige Kraft seines Grabes, weswegen er unter die Heiligen gezahlet ward. Ein Dechant des Kapitels St. Willehadi, Konrad Benne, hat eine Kollekte mch einen Gesang auf seine jahrliche Festfeier, den 8. November, verfertigt, welche beide in Cassels Li einen«. I. 261 stehen.
Willehads Nachfolger, Willcrich, war einer seiner Seminaristen und Schüler; Kaiser Karl der Große ernannte ihn dazu, Papst Leo III. willigte ein und der Erzbischof Hildebald zu Kölln weihete ihn zu dieser Würde. Er kam aber vor dem allgemeinen sachsischen Frieden, oder vor dem Jahre 834, nicht zum ruhigen Besitze seines Bischofthums; und wenn er auch kein so berühmter Heiliger als sein Norganger war, so verwaltete er doch, wahrend aller sachsischen, slavischen und nordischen Unruhen, sein Amt mit allem Fleiße, richtete junge Leute zum Dienste der Kirche zu, lehrte und bekehrte Heiden, und gab sich Mühe, zur Beförderung und fernern Ausbreitung der Christlichen Religion hier und da Kirchen zu erbauen. Die kleine hölzerne Domkirche in Bremen verwandelte er in eine steinerne Kirche von mittelmäßiger Größe, welche drittehalb hundert Jahre stand,