Mehrteiliges Werk 
Geschichte der Domkirche St. Petri zu Bremen und des damit verbundenen Waisenhauses und der ehemaligen Domschule, von ihrem Ursprunge und mancherlei Schicksalen bis zum Jahre 1828 : mit zwei Abbildungen / von Heinrich Wilhelm Rotermund
Entstehung
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Von der Stiftung der Domkirche und ihren ersten Lehrern,

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Mittlere Geschichte.

Erster Abschnitt.

Von der Stiftung der Domkirche und ihren drei ersten Lehrern oder Bi­schöfen und den sechs ersten Erzbischöfen, welche noch keine weltliche Landeshoheit suchten, vom Jahre 788 bis 936.

Karl der Große kam in den ersten Jahren seines mit den Sach­sen geführten Krieges nicht in die Bremische Gegend. Erst im Jahre 779 näherte er sich der Weser. Einige Ostphalen, wor­unter, aller Wahrscheinlichkeit nach, auch etliche von dem mittägi­gen Wigmodien waren, unterwarfen sich ihm. Dieses Wigmodia war die Gegend um Bremen, Leesum und Stotel, oft wird auch das ganze jetzige Herzogthum Bremen darunter »erstanden, (ckronic. Sottwic. I'oin. I. I.id. 4.) Im Jahre 780 schickte Karl den bisherigen Friesischen Lehrer Willehad in, diese Ge­gend, um das Christenthum zu predigen, (^nszar. in, vira ^Vil- leli^Ii, c->i). VI.) Als aber der sächsische Feldherr Wittekind, mit Hülfe der Wigmodier, im Jahre 782 den Krieg gegen Karl erneuerte, mußte Willehad flüchten und sein Priester Gerwal und einige andere Christen wurden in und bei Bremen umge­bracht. Karl rächte sich und ließ (s. den vorigen §.) in eben diesem Jahre bei Werden 4500 Sachsen hinrichten. Ohnge- fähr im Jahre 788 hatte er schon einen Theil der Wigmodier bezwungen, und da er glaubte, einen guten Grund des Christen­thums unter ihnen gelegt zu haben, so dachte er auch auf die fernere Befestigung desselben. Er verordnete zu dem Ende den Bau von Kirchen und Schulen, um nicht nur die neuen Chri­sten in der angenommenen Religion zu erhalten, sondern auch immer mehr Seelen für dieselbe zu gewinnen. In eben dieser Absicht und zu dem Ende wurde denn auch zu Bremen eine Kirche und eine Schule gestiftet. Es ist höchst wahrscheinlich, daß Bremen damals, ob es gleich noch keine Stadt war, wegen seiner Lage und bequemen Ucberfahrr über die Weser, schon in den heidnischen Zeiten bewohnter gewesen ist, als andere Oerter, und deswegen von Karln sehr bequem zur Anlegung eines Bis-