Teil eines Werkes 
2. Abth. (1845)
Entstehung
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Je nach dem Orte der Aufnahme, je nach der Art der Anwendung tritt die Wirkung der Kohlensäure verschieden in die Erscheinung. Dass auch die Kohlensäure dermatisch angewendet, von der Haut aufgenommen wird, dafür sprechen die Versuche Abernethy's, welcher seine Hand in ein durch Queck­silber abgesperrtes mit Kohlensäure gefülltes Gefäss einige Stunden lang hielt, und nach diesem Experiment fand, dass ein grosser Theil der Kohlensäure ver­schwunden war.

In der Nähe des Bohrloches ist eine pneumatische Wanne angebracht, welche mit demselben durch eine Röhre in Verbindung steht; dieses Gasbad habe ich überall da anwenden lassen, wo auf das Blut und Nervenleben der Unterex­tremitäten und des Unterleibes erregend eingewirkt werden musste.

Durch die auch aus dem dicksten Leder bestehende Fussbekleidung fühlt » der Patient bald die angenehmste Wärme hindurch dringen. Sanft erregend tritt die belebende Wärme an den Unterleib, und ruft hier nicht selten ein Wollust­gefühl hervor. Die Einrichtung der pneumatischen Wanne ist indess noch so unvollständig, dass nur sogenannte Halbbäder haben genommen werden können.

Gegen Oedema pedum, gegen torpide Geschwüre, bei ichorösen Abson­derungen in cariösen Leiden, gegen Dys- und Amennorrhoea ist die freie Kohlensäure mit dem ausgezeichnetsten Erfolge benutzt worden.

Bei nervösen Zahnschmerzen habe ich die Kohlensäure an mir selbst in Anwendung gezogen, und kann versichern, dass die heftigsten Schmerzen in Zeit von 5 Minuten verschwunden waren. In Ermangelung eines passenden Instruments nahm ich eine gewöhnliche lange Tabackspfeife, hielt den Pfeifenkopf in das Gas, und recht stark ziehend, leitete ich dasselbe zu der Höhle des cariösen Zahns...

Auf ähnliche Art Hess ich bei Heiserkeit in Folge von Erschlaffung der Kehlkopfbänder Kohlensäure zu dem Velum palatinum leiten, und habe auch da herrlichen Effect gesehen. Bei dem chronischen Nasencatarrh, dem sogenannten Stockschnupfen lasse ich die Kohlensäure in die Nase einziehen.

Ich glaube auch, dass die Kohlensäure eingeathmet, nicht allem im Asthma spasmodicum , sondern auch dem vom Emphysema pulmonum abhängenden Asthma zuträglich ist.

Wegen der mangelhaften Einrichtung ist die freie Kohlensäure weniger benutzt, als sie es verdiente, benutzt zu werden; wir besitzen in ihr eine für das Bad wichtige Zugabe, da der grosse Reichthum daran einen vielfachen Gebrauch zulässt. Gassalons und Gascabinette, Gasbäder und Sprudelbäder werden sicher, sobald als thunlich angelegt werden. Ueberhaupt bietet das Soolbad durch den