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Die Pest in Bremen : Epidemien und freier Handel in einer deutschen Hafenstadt 1350 - 1713 / Klaus Schwarz
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V. Statistik der Opfer und Reaktionen in der Bevölkerung

Im Jahre 1713 wurden auf den stadtbremischen Kirchhöfen 937 Menschen bestattet und wahrscheinlich außerdem auf dem Friedhof des Armenhauses etwa 23 weitere, insgesamt also rund 960 138 . Von diesen waren etwa 180 139 der Pest zum Opfer gefallen, also 19 %. Bei 151 dieser 180 Toten läßt sich der Be­stattungsort feststellen 140 .

Beerdigungsstätte

Gesamtzahl

prozentualer

Zahl der

prozentualer

der Bestattungen

Anteil an der

Pesttoten

Anteil

Unser Lieben Frauen

130

Gesamtzahl

13,9

18

11,9

St. Martini

34

3,6

2

1,3

St. Ansgarii

217

23,2

31

20,5

St. Stephani

254

27,2

71

47,0

St. Pauli

152

16,2

14 141

9,3

St. Remberti

70

7,5

8

5,3

St. Michaelis (mit

72

7,6

7

4,7

Doventorskirchhof)

St.-Petri-Dom

5

0,5

St.-Johannis-Kloster

3

0,3

-

-

insgesamt

937

100,0

151

100,0

Tab. 2: Anteil der Pesttoten an den Beerdigungen bei den einzelnen Kirchen 1713.

Bei etwa 28 000 Einwohnern entsprachen 960 Todesfälle einer Sterblichkeit von 34 auf 1000 Menschen, das ist genau der Durchschnittswert des ersten Viertels des 18. Jahrhunderts. 6 von 1000 Menschen sind 1713 in Bremen an der Pest verstorben. Nur auf dem Höhepunkt der Epidemie, in den heißen Mo­naten August und September, war sie bei auch nur annähernd der Hälfte der Todesfälle der Verursacher. Die demographischen Auswirkungen auf die ganze Stadt waren also ganz unerheblich.

138 Zu den benutzten Quellen und der Genauigkeit der Angaben vgl. oben S. 27 Anm. 20.

139 In einem Verzeichnis der an der Pest Verstorbenen (vgl. oben S. 70 Anm. 104) sind 174 aufgeführt. Es ist bezeichnend für die Sorglosigkeit im Umgang mit Zahlen, daß in einer am Schluß dieses Verzeichnisses befindlichen Zusammenstellung nur von 162 Todesfällen die Rede ist. Da sicher Vertuschungen und Verschweigungen vorgekommen sind, ist eine leichte Abrundung nach oben auf 180 angebracht.

140 Bei den übrigen handelt es sich in der Regel um Dienstboten, Auf Wärterinnen, Notträger u. dgl., deren Namen nicht genannt werden.

141 Es waren das ausschließlich Tote aus dem Krankenhaus, dem Quarantänehaus bei der Braut und Notträger, also nicht in ihren Wohnungen Verstorbene.

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