EINFÜHRUNG
1. Einleitung
Wenn wir von einer >Sammlung< von Briefen des 16. und 17. Jahrhunderts in der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen sprechen, so muss vorweg geschickt werden, dass es sich nicht um einen einheitlichen, geschlossenen Bestand handelt — anders als z. B. die Uffenbach / Wolfsche Briefsammlung in Hamburg, die des Zwickauer Rektors Christian Daum (1612-1687) 1 oder die von Simon Abbes Gabbema (1659— 1688) in Leeuwarden. 2 Wir haben es vielmehr mit einer Reihe von Sammelbänden zu tun, die unterschiedlicher Provenienz und hinsichtlich der Feinkonsistenz unterschiedlicher Zusammensetzung sind. Nicht berücksichtigt werden dabei im Folgenden die inhaltlich vergleichbaren, verstreuten Briefe in den Beständen der Autografen (Aut.), der Nachlässe oder anderweitigen Handschriftenbeständen der Gruppen Ms. und Brem. ( Bremensien).
Im Einzelnen zählen wir die unter den Signaturen msa 0007-msa 0015 (alte Signaturen Ms.a.7-Ms.a.l5), msa 0041-01:02 ( Ms.a.41 a ~ h ), msa 0042 ( Ms.a.42 ) und msa 0201 (Ms.a.201) vorhandenen Bestände zu der derart betitelten Briefsammlung der Staatsund Universitätsbibliothek Bremen.
Der bisherige Erschließungsgrad ist dabei in den meisten Fällen als nur oberflächlich zu bezeichnen. Bis vor kurzem existierten lediglich ein Generalregister für Absender, Adressaten und Absendeorte 3 sowie den jeweiligen Bänden vorgebundene Teilregister, von dem von Januar 1906 bis März 1908 4 an der damaligen Stadtbibliothek Bremen als Volontär tätigen Bruno Claussen (1880-1958), dem späteren Direktor der Universitätsbibliothek Rostock, 5 erstellt; hierauf beruhten die Meldungen an die Zentralkartei der Autografen, die aber bedauerlicherweise auch eigenständig von Claussen entworfene Signaturen beinhalteten, die aber in der Bibliothek selbst niemals verwendet wurden! Wichtige Fragen wie nach dem Status des jeweiligen Briefes (Autograf, Sekretärsabschrift, Abschrift) und nach der Datierung waren somit nicht zu beantworten, zugleich erlauben es diese Register bisher in der Mehrzahl nur den
1 Vgl. dazu Epistolae ad Daumium. Katalog der Briefe an den Zwickauer Rektor Christian Daum (1612-1687). Erarbeitet von Lutz Mahnke. Wiesbaden 2003.
2 Vgl. Catalogus der Briefverzameling van S. A. Gabbema. Leeuwarden 1930.
3 Spezielles Namens- und Ortsverzeichnis der Briefsammlungen aus dem 16. und 17. Jh. (Hs.).
4 Vgl. Mitteilungen aus der Stadtbibliothek in Bremen 1 (1907), 48; Jahrbuch der bremischen Sammlungen 1.2 (1908), 82.
5 Vgl. Lietz: Bruno Claussen, passim.
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