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Beiträge zur Geographie des mittleren Deutschland / hrsg. im Auftrag des Vereins für Erdkunde und der Carl Ritter-Stiftung von Friedrich Ratzel
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Methode zur Bestimmung der Richtungsverhältnisse.

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II. Methode zur Bestimmung der Kichtungsverhältnisse.

Ist im obigen eine Untersuchung der Richtungsverhältnisse der Kamm- und Thalbildungen eines Gebirges gerechtfertigt worden, so gilt es, eine entsprechende Methode für diese Untersuchung aufzustellen.

Bei Feststellung eines gemeinsamen zahlenmäfsigen Ausdrucks für die Abweichung der Kammrichtungen von einer Hauptrichtung, resp. ihre Übereinstimmung mit derselben handelt es sich naturgemäfs um Winkelgröfsen und Kammliniensummen.

Um vor allen Dingen die Hauptrichtung eines Gebirges zu erlangen, bestimmt man zunächst den Hauptkamm in allen seinen Einzelrichtungen nach Länge und Himmelsrichtung mit Hilfe eines Curvimeters und eines weiter unten genannten Winkelmeters. Die Einzelwerte bringt man in Beziehung zur Gesamtlänge des Haupt­kammes. Diejenige Richtung, auf welche die meisten Prozente ent­fallen , repräsensiert die Hauptrichtung eines einzelnen Gebirges. Werden mehrere verwandte Gebirgszüge, wie der Thüringerwald, der Frankenwald, das Fichtelgebirge und der Böhmerwald, untersucht, so wird eine Beziehungsetzung ihrer Einzelwerte zur Gesamtlänge dieser Gebirgszüge die Allgemeinrichtung dieser erweisen. Eine Gegenüber­stellung der Hauptrichtung des Einzelgebirges zur betreffenden All­gemeinrichtung des ganzen Zuges ergiebt dann die Übereinstimmung oder Abweichung derselben.

Nach Bestimmung der Richtungsverhältnisse des Hauptkammes folgt in derselben Weise eine Bestimmung der klassifizierten Neben­kämme des einen und des andern Abhangs. Die so gewonnenen Einzelwerte lassen sich dann zusammenstellen zu einer prozentualen 1 Übersicht zunächst derselben Art von Kämmen, dann der gesamten Nebenkämme und schliefslich der Kammbildungen eines Gebirges über­haupt, also inklusive des Hauptkammes. Das meiste Interesse werden die Richtnngsverhältnisse des Hauptkammes, dann die der Neben­kämme und die Beziehung beider beanspruchen. Ein Vergleich ver­wandter Gebirge denn nur ein Vergleich verwandter Erscheinungen hat Berechtigung ist damit bequem geboten.

Die Bestimmung der Himmelsgegenden erfolgt bei jedem Kamm­linienteil derselben Richtung zunächst, damit das Instrument die Richtungswechsel anzeigen kann, an welche sich die Längsbestimmulig zu halten hat.

1 Prozentuale Werte gelangten bis jetzt in der Orometrie noch nicht zur An­wendung.

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