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Beiträge zur Geographie des mittleren Deutschland / hrsg. im Auftrag des Vereins für Erdkunde und der Carl Ritter-Stiftung von Friedrich Ratzel
Entstehung
Seite
332
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B. KICHTUNGSVERHÄLTNISSE DEß KAMM­UND THALBILDUNGEN EINES GEBIEGES.

Obiges Programm zeigt die Werte, die orometrische Abhandlungen regelmäfsig feststellen möchten und auch wirklich feststellen. Es werden also Höhen, Längen, Winkel, Flächen und Volumen ermittelt und zu einander und mit den entsprechenden Werten verwandter Ge­birge in Beziehung gesetzt. Aber die Richtungsverhältnisse des Haupt­kammes und der Kammlinien eines Gebirges überhaupt, die doch zu den charakteristischen Gröfsen- und Formenverhältnissen der Erd­oberfläche" in erster Linie gehören, einmal übersichtlich darzustellen, sie durch gemeinsamen Zahlenwert zum Ausdruck zu bringen und so als integrierenden Teil der orographischen Verhältnisse eines Gebirges zu dokumentieren, ist wie schon angedeutet bis jetzt noch nicht unternommen worden.

I. Einführung des Begriffes Bichtungsverhältnisse der Kamm- und ThaMldungen in die orometrische Wissenschaft.

Eine solche Feststellung der Richtungsverhältnisse der Kamm-, resp. Thalbildungen als notwendigen Bestandteil orometrischer, im weiteren Sinne morphologischer Untersuchungen einzuführen, eine Methode zu dieser Bestimmung aufzustellen und diese Lücke in Bezug auf den Thüringerwald, von dem die übrigen im obigen Programme genannten Werte durch Stange und Fiedler bereits festgestellt wurden, auszufüllen, ist der weitere Zweck dieser Arbeit.

Ob diese Untersuchung eine sich rechtfertigende Bedeutung hat? Sicherlich!

Denn ein zahlenmäfsiger Ausdruck für die Kammrichtungen eines Gebirges giebt