Volumen und mittlere Gebirgshöke.
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soviel, während ein anderes nur soviel Kubikkilometer Inhalt aufzuweisen hat, obsclion sich niemand von derartigen Gröfsen eine entsprechende Vorstellung zu bilden vermag. Nur die Verhältnis- zahl der Volumina verschiedener Gebirge ist verständlich und gewährt eine Vorstellung — was überhaupt von den meisten orometrischen Werten gesagt werden mufs.
Die mittlere Gebirgshöhe, d. i. die Höhe, welche das Gebirge aufzeigen würde, wenn es über seiner Basis, über seiner Unterlage oder seinem Sockel ausgeebnet würde, ist mit Hilfe des Volumens und der Gebirgsbasis nicht allein bequem berechnet, sondern sie ist auch, weil man sich an und für sich von Liniengröl'sen eine bessere Vorstellung machen kann als von Flächen- und Raumgröfsen, die notwendige und beste Ergänzung zu den übrigen als wertvoll bezeichneten orometrischen Angaben. Sie ist eher als die mittlere Sockelhöhe des Gebirges nach Sonklar und Peucker dasjenige orometrische Zahlenelement, welches die Energie und Massenhaftigkeit einer Gebirgs- erhebuug am besten zu repräsentieren geeignet ist. Und gleich der mittleren Höhe der Kontinente giebt die absolute mittlere Höhe des Gebirges weniger ein anschauliches Bild von orographischen Verhältnissen — die mittlere Höhe von Nordamerika mit 600 m kommt der von Afrika mit 670 m ziemlich nahe, und doch sind beide Kontinentalmassen in ihrem orographischen Bau grundverschieden — als vielmehr von der politischen Wirksamkeit der Gebirge. Sie zeigt, ob gröfsere oder geringere Höhen im allgemeinen vorwalten, ob deshalb ein günstigeres oder ungünstigeres Klima einen gröfseren oder geringeren Einflufs ausübt.
XII. Zusammenfassung.
Sich also von der Kenntnis der mittleren Gipfelhöhe eines Gebirges, der mittleren Sattelhöhe, der mittleren horizontalen und vertikalen Schartung, des mittleren Schartungswinkels, des Schartungs- koefficienten, der mittleren Thalhöhe, der mittleren Sockelhöhe, des mittleren Kamnilinienwinkels, der Konvexität, resp. Konkavität der Gehänge und des wirklichen Gebirgsareals auch nur im entferntesten die Bedeutung zu versprechen, welche die Kenntnis der mittleren Kammlinienhöhe, der Gebirgs- resp. Kammlänge, der Länge und Breite und des Neigungswinkels der Thäler, des mittleren Gehängewinkels, der Höhenstufenareale, des Gebirgsareals, dessen mittlerer Höhe, des Volumens und auch der mittleren Gebirgshöhe in Anspruch nehmen darf, wäre den Wert orometrischer Untersuchungen überschätzt.
Sollen die orometrischen Untersuchungen neben der theoretischen