A. KEITIK OKOMETEISCHER WERTE.
Die wichtigsten orographischen Begriffe eines Gebirges, im besonderen eines Kettengebirges, sind die Sättel, die Gipfel, die Kämme, welche dem Gebirge die charakteristische Physiognomie verleihen, und die Thäler, die Flächen, die Gehänge und das Volumen, welche in Verbindung mit den ersteren das Wesen und die Wirkung desselben ausmachen. Deshalb beanspruchen auch deren orometrische Mittelwerte eine besondere Beachtung, wenn auch nicht nach jeder Seite hin.
I. Mittlere Sattelhöhe und mittlere Schartung nach morphologischen und anthropogeographischen Gesichtspunkten.
Von allergröfster Wichtigkeit für die Physiognomie und den Grad der Zugänglichkeit eines Gebirges sind die Sättel; und doch wird in den weitaus meisten Fällen die einfache Höhenangabe des tiefsten Passes oder der tiefsten Pässe von gröfserer Bedeutung sein als eine langwierige Untersuchung über die mittlere Sattelhöhe. Denn die tiefsten Einschnitte im Kamm sind es, die das Gebirge öffnen und es weniger als Hindernis empfinden lassen, die auch seine Physiognomie bestimmen. Wenn man trotzdem bei orometrisehen Untersuchungen so sehr an der Entwicklung der mittleren Sattelhöhe festhält, so hat dies seinen Grund wohl darin, dafs Humboldt und nach ihm Sonklar diese Begriffe einmal gewannen ^und aufstellten zur Berechnung der mittleren Kammhöhe. Jetzt, da man die mittlere Kammhöhe am besten ohne Rücksicht auf Gipfel und Sättel gewinnt, sollte von ihnen abgesehen werden. Im günstigsten Falle gestattet die mittlere Sattelhöhe in Verbindung mit der mittleren Schartung und der mittleren Gipfelhöhe einen Schlufs