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A. Kritik oromctrischer Werte.
Teile wieder aus, sodafs sich auch dieser Faktor nicht besonders geltend macht.
Auch der Gesteiiischarakter hat bei dem Thüringerwalde i. e. S. auf eine verschiedene Thalentwicklung keinen besonderen Einflufs. Es würde der Fall sein, wenn die Abdachungen Gesteine mit verschiedener Durchlässigkeit aufzuweisen hätten. Gehänge mit undurchlässigem Boden lassen das Wasser mehr abfliefsen als einsickern und geben infolgedessen mehr Veranlassung zur Erosion als solche mit durchlässigem. Eine durch Klima- und Niederschlagsverhältnisse bedingte Verschiedenheit der Erosion kann also auf diese Weise verstärkt, aber auch wieder ausgeglichen werden. Bei dem Thüringerwald kommt dieser Faktor deshalb nicht in Betracht, weil sich eine Verschiedenheit im Gesteinscharakter beider Abdachungen nicht geltend macht.
Im allgemeinen ist aber der Gesteinscharakter des Thüringer- waldes der Thalbildung günstig, günstiger als im Jura oder Karst die Kalksteine. Dasselbe gilt von den verhältnismäi'sig reichen Niederschlägen, welche auch die auf der SW-Seite des Thüringerwaldes etwas weiter vorgeschrittene Thalentwicklung im allgemeinen bedingen mögen.
IX. Areal.
Von derselben Bedeutung, welche die Thäler für Verkehrs- und Besiedelungsverhältnisse eines Gebirges zeigen, ist die Fläche, das Areal desselben. Aber in den allermeisten Fällen ist bei Bestimmung der Gebirgs- und Höhenstufenareale nicht die wirkliche Oberfläche des Gebirges, resp. der Gebirgsstufe, sondern die projicierte Fläche, also die Basis, von Interesse, deren Kenntnis auch bei der Volumenbestimmung des Gebirges und des Sockels Voraussetzung ist. Die Berechnung der wirklichen Oberfläche eines Gebirges ist nicht allein ungemein langwierig, ihr Resultat ist auch nicht, und zwar nicht einmal annähernd der Wirklichkeit entsprechend. Aber abgesehen davon, dafs der Zahlenausdruck für eine wirkliche Fläche die allerunsicherste und ungenaueste orometrische Gröfse ist, er würde einen Vergleich mit anderen Gebirgen erst dann ermöglichen, wenn auch von diesen neben der wirklichen Flächenausdehnung das Areal und der mittlere Böschungswinkel bekannt sind; denn ohne diese ist eine annähernde Vorstellung über die Art und Weise, wie sich eine wirkliche Fläche über einer Basis ausdehnt, unmöglich. Im übrigen hat sie in wirtschaftlicher und orographischer Hinsicht so wenig Bedeutung — d. h. ohne Kenntnis ihres Neigungswinkels — dafs von ihrer Bestimmung bei allgemeinen orometrischen Untersuchungen abgesehen werden kann.