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A. Kritik orometrischer Werte.
der nächsten Umgebung des Thüringerwaldes repräsentiert. Und was zu erwarten war, stehen der SO- und NW-Fufs in ihren Erhebungen dem mittleren Gebirgsfufs am entferntesten.
Eine Schwierigkeit bei einer derartigen Berechnung bietet im Gegensatz zur mittleren Kamüilinienhöhe immer die Festlegung der Grenze. Im vorliegenden Falle konnten auf der NO-Abdachung sowohl, als auf der SW-Ab'dächung mit guten Gründen die 1100, resp. 800 und 700 Fufsisohypse in grösserer Ausdehnung bevorzugt werden.
Eine Anwendung der Platzschen Methode zur Feststellung der mittleren Kammhöhe des Erzgebirges ergab 871 m 1 ; Burgkhardt 2 fand mit Hilfe der Sonklarschen Methode 844 m, und zwar aus 77 Gipfel- und 56 Sattelangaben, während der hier vorgenommenen Berechnung 680 Höhenangaben zu Grunde liegen.
TU. Höhenzalilen im allgemeinen.
Beziehentlich der Höhenzahlen im allgemeinen sei hier bemerkt, dal's sie zur Vergleichung rein orographischer Verhältnisse selbst der verschiedensten Gebirge, also auch der Gebirge verschiedener Erdteile verwendet werden können, aber nicht zu Vergleichen der Gebirge in politischer und wirtschaftlicher Beziehung. Da machen sich dann Klima und Zonenlagen als Unterschiede geltend, die in dem zahlenmäfsigen Ausdrucke der Höhenlage keine Berücksichtigung finden können. Es ist selbstverständlich, dafs dieselbe Höhe in den Alpen.eine andre Bedeutung und einen andern Wert, abgesehen von dem rein zahlenmäfsigen, repräsentiert als in Norwegen oder in den Tropen, und dafs z. B. Norddeutsche in den letzteren ziemlich hoch in die Gebirge steigen müssen, um sich in gewohnte Verhältnisse ver-
1 Der Untersuchung lagen von den sächsischen Generalstabskarten vor die Sektionen: Zwota, Falkenstein, Eibenstock, Aschberg, Eibenstock, Johann-Georgenstadt, (Zone 4, Kolonne VII NO [Platten]), Wiesenthal, (Zone 4, Kolonne VIII NW [Weipert]), Hammer-Unterwiesenthal, (Zone 4, Kolonne VIII NO [Kaaden]), Kühnhaide, (Zone 8, Kolonne IX SW (Görckau)]; Neuwersdorf (Zone 3, Kolonne IX NO (Teplitz)J, Altenberg, Fürstenwalde, (Zone 2, Kolonne X SW (Königswald)].
Da sich von den österreichischen Generalstabskarten nur die im Mafsstabe 1:75000 im Handel befinden, wurden folgende im K. und K. militär-geographischen Institute zu Wien (zum Preise von 4 fl. per Exemplar) besonders angefertigten photographischen Platin-Kopien der „Militär -Aufnahms- Sektion" im Mafsstabe 1:25000 verwendet:
Zone 4, Kolonne VII NO (Platten), Zone 3, Kolonne IX SW (Görckau),
- 4, - VIII NW (Weipert), - 3, IX NO (Teplitz),
- 4, - XIII NO (Kaaden), - 2, - X SW (Königswald).
2 Burgkhardt, Das Erzgebirge, Inaug.-Diss. Stuttgart 1888.