Thermische Erscheinungen.
Gl
Thalbodeu, die sich durch eine enge Klamm, Tobel oder Rofla entleeren; b) Botner, mit ziemlich breitem Thalboden, durch „planare", muldenschaffende Erosion des strömenden Eises entstanden; c) Mischtypen , in denen die halbkreisförmigen Berggehänge durch bohrende Thätigkeit der Gebirgswässer eine deutlich ausgesprochene Gliederung, Rippumg angenommen haben und denen ein intakter Riegel fehlt.
Böhm 1 definiert „Kar" als eine Nische im Gehänge, durch einen Steilabsturz, die Karterasse, vom Thalgrunde getrennt. Die typische, unverletzte Ausbildung nennt er „Kesselkar", vorn durch eine feste Bodenschwelle geschlossen, mit einem kleinen See, dessen Becken eine konstante Neigung gegen den vorderen Ausgang zeigt. In diesem Sinne setzt er „Kar" als völlig identisch mit den nordenglischen „Coombs", den pyrenäischen „Oules", den „Cirques" der französischen Schweiz. Von der Gesamtheit der Cirken würde der Begriff „Kar" nach Böhms Definition nur die Gehängecirken umfassen, die Thal- cirken (norweg. „Saekkedale") dagegen ausschliel'sen. In ähnlicher Weise scheidet auch Penck 3 , der die Pyrenäencirken als die „charakteristisch erweiterten Wurzelpunkte von Eisströmen" erklärt. Es erscheint jedoch nicht ratsam, in eine Definition Andeutungen über eine Genesis aufzunehmen, für die der vollgültige Beweis noch nicht erbracht ist; ebenso wenig möchten wir solche Merkmale in derselben geltend machen, die — wie das Vorhandensein fester Felsschwellen oder von Felsbecken — nur in den wenigsten Fällen der direkten Beobachtung zugänglich sind. Wenn wir die Seebecken des Böhmerwaldes jetzt unter die Klasse der Kare einreihen, so fassen wir diesen Begriff etwa in dem Sinne, wie ihn Penck in seiner Morphologie 3 giebt: „eine nischenförmige Einbuchtung im Gebirgsgehänge, welche sich ähnlich wie ein cirkusförmiger Thalschlufs in die Gebirgskämme eindrängt, aber sich nicht in die Thäler fortsetzt, sondern isoliert gewöhnlich nahe den Scheidelinien gelegen ist."
Thermische Erscheinungen.
Die Vergleichung der Temperaturverhältnisse an und in den Seen sollen uns einige graphische Darstellungen erleichtern (Taf.IV). In der einen
1 Die alten Gletscher der Enns und Steyr. Jahrb. d. geol. Reichsanst. 1885, 35. Bd., 3. H., S. 523.
Vgl. auch Böhm, Bodengestaltonde Wirkungen der Eiszeit. Schriften z.
Vert>reitg. naturw. Kennte. 1892, Bd. 31, S. 477—511. Böhm, Die Hochseen der Ostalpen; Mitteil, der Wiener geogr. Ges. 1886,
S. 625—647.
2 Die Eiszeit in d. Pyrenäen. Mitt. d. V. f. Erdk. Leipzig 1883.
3 Morphologie der Erdoberfläche. 1894, Bd. II, S. 305.