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Beiträge zur Geographie des mittleren Deutschland / hrsg. im Auftrag des Vereins für Erdkunde und der Carl Ritter-Stiftung von Friedrich Ratzel
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57
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III. ALLGEMEINER UND ZUSAMMEN­FASSENDER TEIL.

Geologie.

Der Böhmerwakl gehört zu jenen uralten Gebirgen des mittel­europäischen Typus. Längst ist der oberflächliche Ausdruck seiner inneren Tektonik verwischt; jüngere Dislokationen beeinflufsten die Landschaft nur in geringem Mafse. Und so sind seine orographischen Züge fast lediglich das Produkt der Erosion und Denudation einer­seits, der verschiedenen Widerstandsfähigkeit der Gesteine andrerseits. Das Gebirge besteht im wesentlichen nur aus Granit und archäischen Gesteinen: Gneifs, Glimmerschiefer, Hornblende; Kalk fehlt ganz. Von den Seen befinden sich

im Gebiete des Granits der Plöckensteinsee,

- Gneifses die beiden Arberseen und die Rachelcirken, Glimmerschiefers: Schwarzer und Teufelssee, Gneifsglimmerschiefers im mehrfachen Wechsel mit Granit: Lakkasee, auf der Grenze zwischen Granit und Glimmerschiefer: Stuben­bacher See.

Ftir den Teufelssee und den alten Rachelcirkus erwiesen sich die Angaben über einen sich in ihrem Bereiche vollziehenden Gesteins­wechsel als falsch. Die tiefsten Becken liegen im Glimmerschiefer, der ja auch oberflächlich die schroffsten Formen erzeugt. Mehr oder weniger deutliche Spuren von Dislokationen, z. B. Harnischbildungen, wurden in der Umgebung fast aller Seen nachgewiesen (mit Aus­nahme des Stubenbacher und Teufelssees). Eine feste Felsschwelle derselben war nirgends erkennbar; nur das Arberseeloch zeigte in seinem vorderen, von der Sumpfschicht entblöfsten Teile horizontale, geglättete Felspartieen, endend in einer kleinen Thalstufe.