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Beiträge zur Geographie des mittleren Deutschland / hrsg. im Auftrag des Vereins für Erdkunde und der Carl Ritter-Stiftung von Friedrich Ratzel
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II. Einzeldarstellungen.

Einige Inseln, die sonst auf dem Wasser schwimmen und mit dem Stande desselben auf- und niedersteigen, lagen auf dem schlammigen Grunde, und eine Stange von 3,G m Länge fand auf ihnen noch keinen festen Grund. Zahlreiche eingewurzelte Baumstämme im hinteren Teile und an den Flanken bewiesen, wie beim Rachelsee, dals die Seefläche vor dem Eingreifen des Menschen bereits viel weiter zu­sammengeschwunden war. Auf dem feinen grauen Schlamme des Grundes wucherten zahlreiche rflanzenbüschel (Myriophyllum, Potamo- geton, blaugraue Algen). Die Angabe des Seefischers, dafs in den letzten 10 Jahren sich mindestens 1 m Schlamm abgesetzt habe, ver­dient Vertrauen und zeigt, wie rasch die Verlandung eines solchen Sees vor sich gehen kann und wie berechtigt der NameLache" schon jetzt für dieses Wasserbecken ist. Wenn der See bis zum Überfall gestaut ist, besitzt er eine Tiefe von 3,75 m, und es bleibt dann bis zur Dammhöhe noch ein Streifen von 50 cm frei. Das Areal des Beckens beträgt 2 ha 53 a 17 qm (Rivnäc 3,5 ha), die gestaute Wasser­masse 50 634 cbm.

Thermische Eigenschaften.

Die Quelle in der Seewand hatte am 14. August 4,75 °, der erste Bach 10°, der zweite 8,75°. Im hinteren Teile des Seebeckens konnten nicht weniger als 6 Quellen nachgewiesen werden, die für gewöhnlich unter dem Wasserspiegel liegen. (In der Karte sind sie durch Ringe markiert.) Sie hatten sämtlich nur 45° Wärme und waren den Anwohnern bereits durch die kalten Strömungen in ihrer Nähe bekannt. Die Seeoberfläche zeigte 14,5°, der Abflufs 13 u (Luft 11,5°).

Schneeverhältnisse.

An einer Stelle in der Seewand konnte die Schneehöhe des letzten Winters durch eine Markierung mit 2,5 m direkt gemessen werden. Auch im Tliale sind durch Pfahlmarkierungen Höhen von 23 m nachgewiesen. Am Vorderende des Sees pflegt der Schnee etwas weggeweht zu werden. Blöcke kommen aus der Seewand mit dem Schnee anscheinend nicht herunter.

Weiterer UniMick.

Mit den beschriebenen acht Seen ist die Zahl der Wasserbecken im Böhmerwalde abgesehen von dem kleinen Tümpel des Filz­sees erschöpft. Denn der Dreisesselbergsee, den Möchel in seiner Tabelle noch anführt, scheint (trotz specieller Angaben über Höhe,