II. EINZELDABSTELLUNGEN.
Der Teufelssee.
Topographie und Geologie der Umgebung.
Von dem wilden, fast alpin zerklüfteten Doppelgipfel des Osser (1283 m') zieht sich nach SO. ein langer Glimmerschieferrücken, der mit allmählichem Verflachen bis in die Gegend von Bayr.-Eisenstein reicht. Noch zweimal erhebt er sich in Form von Gipfeln: im Zwergeck oder Zwereck (1270 m) und im Seewandberg (1343 m). Gewisser- mafsen das Rückgrat des Zuges bildet ein quarzitischer Streifen, an den sich der typische Glimmerschiefer im Streichen nach Stunde 8—9 und im Einfallen von 60—70° gegen NO. (nach Katzer) anschliel'st. Das mikroskopische Bild des Osserschiefers enthüllt uns einen grofsen Reichtum an accessorisehen Gemengteilen: Aufser dem reichlich vorhandenen Quarz, Muskovit und Biotit finden wir prächtig ausgebildete Turmalinkrystalle, Granaten, Magnetit, bläulichschwarzes Titaneisen, Zirkon, Chlorit, Pyroxen, Staurolith, Spinell. Stellenweise erlangen die Eisenthongranaten eine besondere Zahl und Gröfse, so am Spitzberg (beim Rixyhötel) und am „Granathügel". Die Richtung des Einfallens bedingt, dafs die steil überhängenden Schichten gegen Bayern zu schroffere Formen annehmen, als gegen Böhmen. Während die bayrische Seite gradlinig verläuft und den „Lamer Winkel" mit dem weifsen Regen, sowie das Thal des Pichelbaches flankiert, ist der Nordostabhang stärker gegliedert. Direkt unter dem Osser ist der stark ausgeweitete und in einzelne Abteilungen gegliederte Thalhintergrund des Osser- und Klammerbachs. Daran schliefsen sich die beiden
1 Die Hölienangaben sind für Bayern meist nach v. Gümbel, Geologie von Bayern, Bd. II. Wir finden in der Litteratur oft beträchtliche Schwankungen derselben. Für Böhmen sind sie nach den Originalkarten 1:25 000 korrigiert.