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Beiträge zur Geographie des mittleren Deutschland / hrsg. im Auftrag des Vereins für Erdkunde und der Carl Ritter-Stiftung von Friedrich Ratzel
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II. Einzeldarstellungen.

Biologie.

Der See macht einen ebenso toten Eindruck wie der Teufelssee? doch hatte Friß ziemlich viel Ausbeute in der Nähe des Ufers. Als bemerkenswert wird Diaptomus castor hervorgehoben.

Schneeverhältnisse.

Der Schnee liegt auf dem See ca. 1 Va m hoch, unterhalb der Seewand höher als am Ausgange. Er hält sich in dem Cirkus und namentlich in der Seewand ca. 14 Tage länger als im Orte Stuben­bach und verschwand im Jahre 1896 erst am 15. Mai.

Der Lakkasee.

Wir wenden uns zum letzten, bis jetzt am wenigsten beachteten und beschriebenen Becken, dem Lakkasee, der am Fufse des Lakka- berges (1346 m) mit 1096 m Meereshöhe eine Seewand von 250 m besitzt. Das ganze Landschaftsbild weicht etwas von den früher be­schriebenen ab. Die Seewand tritt weit zurück, und derSeehang­steig", der in halber Höhe horizontal hindurch führt, liegt in der Luftlinie bereits 580 m vom Ufer entfernt. Auf der Westflanke, die sich unter 25° gegen den Thalboden neigt, giebt die Gümbelsche Karte zwei Graniteinlagerungen im sonst herrschendenGneifs" an; dieselben konnten aber wegen zu starker Verwachsung am anstehenden Gestein nicht konstatiert werden. An einer Stelle wurde das Streichen der Schichten mit N. 35° W., das Einfallen mit 55° nach S. bestimmt. Der Dünnschliff zeigte aufser Biotit, Muskovit und Quarz reichliche Sillimanitiilze und dann noch ein orthoklasähnliches, aber stärker licht­brechendes und schärfer begrenztes Mineral. Plagioklas fehlt ganz, und wenn der spärlich vorhandene fragliche Gemengteil als Orthoklas bezeichnet würde, wäre das Gestein doch nicht als Gneifs, sondern höchstens als Gneii's-Glimmerschiefer aufzuführen. Es ist wünschens­wert, dafs aus der weiteren Umgebung des Lakka- und Stubenbacher Sees Gesteinsproben mikroskopisch untersucht werden; jedenfalls werden uns dann die Ergebnisse veranlassen, das Glimmerschiefer­gebiet der Karte bedeutend nach SO. zu verlängern.

In der Seewand begegnen wir einer fünfmaligen Einlagerung von Granit, die sicli durch die hervortretenden, ausgewitterten Orthoklase, nicht aber in den gröfseren topographischen Zügen ausprägt. Unter dem Mikroskop giebt uns der Granit wieder ein Bild stärkster Zer­störungswirkung: der Biotit ist stark verbogen, randlich und in Buchten in Muskovit umgewandelt. Der Quarz ist zertrümmert; der Plagioklas