Der Plöckensteinsee.
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Der Plöckensteinsee.
Topographie und Geologie der Umgebung.
Der Plöckenstein (1378 m) gehört in das Gebiet des eruptiven Stockgranits. Das Gestein ist hier gleichmäfsig körnig, leicht zerbrechlich und verwitterbar. Weifsliche und gelbliche Orthoklase im ersten Stadium der Kaolinisierung, grauweifse Quarze und lichter Glimmer gehen dem Granit ein ziemlich helles Aussehen. Accessorische Gemengteile lassen sich mit freiem Auge nicht beobachten, und zur optischen Untersuchung waren die Gesteinsproben zu brüchig. Wo der Granit vom Wasser überflössen ward, hat er sich überall in groben Grus aufgelöst, der in den Forsten der Umgebung vielfach zur Besserung der Wege benutzt wird.
288 m unter dem Gipfel, in 1090 m Meereshöhe, liegt der prächtige Plöckensteinsee, der durch Stifters Worte bereits charakterisiert worden ist. Zwar ist die eigentliche Seewand nur wenig steil; aber über der NW.-Ecke des Sees erhebt sich eine mächtige Wand bankig abgesonderten'Granites, die gekrönt wird vom Stifterdenkmal und die mit 75 0 Neigung scheinbar senkrecht zum See abfällt. In der Seewand selbst, die durch eine Einsattelung von der „Seeplatte" getrennt wird, ist ein weit vorspringender Felsen, die „Kanzel" besonders zu einem Überblick geeignet. Direkt über diesem Felsen haben wir eine Neigung von 50°. Im übrigen ist die Seewand zwar oben steiler als unten, aber meist nicht über 35 0 (Bayberger 80 °). Das südöstliche Gehänge neigt sich unter 14° sanft nach NO. und gegen das Seebecken bei der Schneise mit 28°.
Mit einiger Beschwerde können wir den See rings umgehen und dabei mancherlei bemerkenswerte Aufschlüsse erhalten. Wenn wir den Weg, der nördlich vom See zum Gipfel führt, links verlassen, so kommen wir in ein wildes Haufwerk von mitunter hausgrofsen Blöcken, die oft dicht bewachsen sind von Preil'selbeer- und Heidelbeergestrüpp. Einige Bäche, die hier dem See zueilen, treten nur selten ans Tageslicht, sondern murmeln verborgen unter jenen Felsstücken. Unterhalb der Seewand ist das Bild nicht viel anders, und besonders nahe der NW.-Ecke des Sees liegt ein gewaltiger Trümmerhaufen. Die Seewand legt sich ziemlich weit zurück und hat im unteren Teile nur 14° Neigung. Die Blöcke, zwischen denen hohes Farnkraut wuchert, reichen bis nahe ans Ufer, und nur ein ganz schmaler Streifen ist sumpfig oder durch im Wasser wachsende Carex scheinbar dem See abgewonnen. Einzelne der Blöcke sind mit Rutschflächen versehen.