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Beiträge zur Geographie des mittleren Deutschland / hrsg. im Auftrag des Vereins für Erdkunde und der Carl Ritter-Stiftung von Friedrich Ratzel
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II. Einzeldarstellungen.

unter und reifsen Eisblöcke und Baumstämme mit sich fort; Fels­stücke wurden nicht beobachtet. Ans der Eisdecke wurden Anfang März 1896 noch Stücke von 73 cm Dicke herausgeschnitten. Aus dem Winter 1896/97 berichtet das Forstamt Rabenstein noch folgende Daten: Erste Eisbildung am 10. Nov., geschlossene Eisdecke 18. Nov., völlige Eisfreiheit am 16. Apr. 1897. Dicke des Eises 7080 cm, Schneehöhe am Ausflusse 1,25, unter der Seewand 2,00 m.

Kleiner Arbersee.

Sanfter als gegen den grofsen Arbersee vollzieht sich die Ab­senkung des Gebirges nach N., wo die immer biotitreicher werdenden Gneifsschichten in den Kessel des kleinen Arbersees führen, in jenes Becken, das bereits von Partsch 1 eine eingehende Würdigung erfahren hat und von ihm als der beste Beweis für die einstige Ver­gletscherung des Gebietes betrachtet worden ist. Der erste Blick zeigt uns, dafs hier eine ganz andere Bildung vorliegt, als an den bisher betrachteten Seen. Wandern wir von N. her aufwärts, wo der Seebach über gewaltige Blockmassen dahinstürzt und seine Wasser dem weifsen Regen zuführt, so durchschreiten wir eine breite Er­höhung, bestehend aus braunem Blocklehm, diezweite Moräne" nach Partsch. Von der Höhe derselben schauen wir dann weiter vor uns den prächtigen, halbkreisförmigen Blockwall, der sich, nur wenig bewachsen, scharf aus dem Terrain heraushebt und der in der 3,40 m tiefen Schleuse (bis zum Überfall 2,40 m) vom Seebach durchbrochen wird. Unmittelbar aufsen neben der Schleuse ist eine Grube mit geschichtetem Sand aufgeschlossen.

Da keine eingehenden Tiefenmessungen veranstaltet werden konnten, sei die Schilderung des Seebeckens gleich an dieser Stelle eingefügt. Zur Zeit des Besuches war der See bis auf den Grund der Schleuse entleert. Mächtige Blöcke umsäumten auf der Innen­seite den Wall, der zu beiden Seiten der Schleuse künstlich gemauert ist (seit einem Dammbruch). Da man noch weit ins Wasser hinein die bleichen Baumstämme und Blöcke schimmern sieht, so bleibt für denunergründlichen" Teil des Beckens nur ein ganz winziges Cen­trum, dem ich im gegenwärtigen Zustande nicht mehr als 4 m Tiefe .zutraue, so dafs der See bei Höchststand 6 m wenig überschreiten dürfte. (M ö c h e 1 16 m, Bayberger schätzt 10 m.) Das Areal umfafst nur noch 2 ha 45 a 25 qm (M ö c h e 1, Boh. 4 ha = 6,95 Joch, M ö ch e 1,

1 a. a. 0. S. 109.