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(2012) Bd. 9. Unterwegs in Zwischenräumen Stadt - Garten - Denkmalpflege : [79. Tag für Denkmalpflege und Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland in Bremen, 5.-8. Juni 2011, Dokumentation]
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Denkmalpflege in Bremen Heft 9

Andreas Dix

Inventarisierung von Kulturlandschaften. Entwicklung und gegenwärtige Trends

Notwendigkeit von Kultur- landschaftsinventaren

Sowohl im Denkmal- wie im Naturschutz haben sich in einem langen historischen Prozess all­gemein anerkannte Konventionen zur Erfor­schung, Analyse und Bewertung der jeweiligen Schutzgegenstände und -ziele herausgebildet. Ab den 1980er-Jahren wurde darüber hinaus immer häufiger die Frage nach dem Umgang mit historisch wertvollen Kulturlandschaften gestellt und der Kulturlandschaftsbegriff über­haupt wieder ernsthaft reflektiert. 1 Zwar gibt es bis heute eine lebhafte Diskussion über den Sinn und die Brauchbarkeit des Kulturland­schaftsbegriffs. Allerdings hat sich doch zu­mindest in der Geografie eine eher pragmati­sche Sicht durchgesetzt, die zunächst von ei­nem holistischen Ansatz der Kulturlandschaft ausgeht und von Untersuchung zu Untersu­chung fachliche Einschränkungen vornimmt. Außerdem ist zu ergänzen, dass es Ansätze gibt, die nur die vorindustriellen Strukturen der agra­rischen Kulturlandschaft als Kulturlandschaft im eigentlichen Sinne gelten lassen wollen. 2

Ähnlich wie bei der städtebaulichen Denk­malpflege war von Beginn an klar, dass sich das Problem der Auswahl und vor allem das der Bewertung schützenswerter Strukturen in gro­ßer Schärfe stellen würde, da ja in der Fläche ein viel größerer Veränderungsdruck vorherrscht. Angesichts der Verzahnung abiotischer und bio- tischer Strukturen (wie z. B. bei Landwehren die Kombination der Wälle mit den darauf wach­senden Hecken) ist die Frage von Substanz- und Strukturerhalt eine noch schwierigere als in der Baudenkmalpflege. Trotz einer gerade in Deutschland reichen Tradition der Kulturland­schaftsforschung war von Beginn an klar, dass

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als Grundlage für eine valide Bewertung ver­lässliche Inventare unabdingbar sind. 3

Informationen zu Kultur­landschaften in anderen Inventarwerken und räumlichen Datenbeständen

Allerdings ist ein Kulturlandschaftskataster leichter gefordert als tatsächlich erstellt oder sogar für eine längere Zeit aktualisiert. Dabei ist die Datenlage zunächst nicht als schlecht zu bezeichnen: Aufgrund des weit gespannten Kul­turlandschaftsbegriffes finden sich in einer Viel­zahl von Inventaren und Datenbanken wich­tige Informationen zur Kulturlandschaftsge­schichte, die zumeist zu anderen Zwecken erhoben werden und deshalb oft nur Teilaspek­te abdecken, aber dennoch bei einer Kultur- landschaftsinventarisation konsultiert werden müssen.

Hier lohnt ein näherer Blick auf die relevan­ten Bereiche des Natur- und Denkmalschutzes. Im Naturschutz gehören dazu Biotopkataster, Geotopkataster 5 , Naturschutzgebietsverzeich­nisse 6 und Rote Listen. 7 Informationen aus dem Naturschutz sind deshalb von besonderem In­teresse, weil gerade die heute naturschutzfach­lich hoch bewerteten Flächen wie Magerrasen, Heide, extensiv genutztes Grünland usw. die Flächen sind, die noch alte Formen der Bewirt­schaftung zeigen oder noch am besten auch kulturlandschaftliche Relikte bewahrt haben. Aber natürlich sind hier historische Angaben nur summarisch zu finden, die entsprechenden floristischen und faunistischen Informationen sind von der Nutzungsgeschichte des Gebietes häufig abgekoppelt.