Heft 
(2012) Bd. 9. Unterwegs in Zwischenräumen Stadt - Garten - Denkmalpflege : [79. Tag für Denkmalpflege und Jahrestagung der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland in Bremen, 5.-8. Juni 2011, Dokumentation]
Seite
62
Einzelbild herunterladen
 

Denkmalpflege in Bremen Heft 9

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Skalecki, sehr geehrter Herr Prof. Dr. Weiß, meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich begrüße Sie ganz herzlich hier im Bremer Konzerthaus »Die Glocke«, einem hochrangi­gen Denkmal des Expressionismus mit einer viel gerühmten Akustik - und ich finde, ein sehr schöner Rahmen für Ihre Tagung.

Ich freue mich sehr, dass Ihre Jahrestagung seit 1979 einmal wieder bei uns stattfindet, denn die Denkmalpflege hat für Bremen naturgemäß einen hohen Stellenwert. Historische Bausub­stanz hat diese Stadt nachhaltig geprägt, und da­mit meine ich nicht nur das mehr als 600 Jahre alte Rathaus oder, ihm gegenüber, den Schüt­ting, Sitz der Handelskammer und mehr als 550 Jahre alt. Wenn Sie durch Bremen gehen, werden Sie in dieser Hinsicht viel entdecken, seien es die Bremer Häuser im Peterswerder, die Speichergebäude im Hafen oder der Schnoor. Mehr als 1600 Baudenkmäler sind Ausweis ei­nes reichen kulturellen Erbes.

Ich begrüße es ausdrücklich, dass morgen Politik und Wirtschaft gemeinsam den Stellen­wert der Denkmalpflege für Bremen durch einen gemeinsamen Empfang des Bürgermeisters und der Handelskammer für Sie im Rathaus unter­streichen werden.

Zur Bewahrung unseres kulturellen Erbes trägt das Team um unseren Landeskonservator Prof. Dr. Skalecki entscheidend bei, denn hier wird die Identität des Landes Bremen gepflegt.

Unsere Stadt erhält sich so ihren eigenen Charme, ihr Gesicht. Und dies schätzen nicht nur die Bremerinnen und Bremer, sondern auch die vielen Gäste, die wir jedes Jahr bei uns be­grüßen dürfen und die immer wieder fasziniert sind vom Marktplatz, dem Dom oder der Bött­cherstraße - und deswegen gern zu uns kom­men. Es ist dieser Aspekt, der die Denkmalpflege auch zu einem handfesten Wirtschaftsfaktor macht.

Meine Damen und Herren, ich habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, dass Sie sich bei Ihrer Tagung mit Parks, Gärten und Kultur- 62

Carmen Emigholz

landschaften beschäftigen. Ich denke, zu die­sem Thema können wir etwas beitragen. Zum Abschluss Ihrer Tagung treffen Sie sich im Bür­gerpark, und diese Anlage ist in bestem Sinne bremisch. Auf mehr als 200 Hektar finden sich so unterschiedliche Attraktionen wie ein Tier­gehege, Seen und Wasserwege, Bouleplätze und zahlreiche Liegewiesen. Hinzu kommen eine Reihe von Skulpturen und denkmalgeschütz­ten Gebäuden, sodass der Park bis heute eine große Anziehungskraft für die Menschen be­wahrt hat. Es ist gute hanseatische Tradition, sich für das Gemeinwesen zu engagieren, und der Bürgerpark ist dafür ein sehr prominentes Beispiel: Seit dem ersten Spatenstich 1866 ist er bis heute in privater Trägerschaft und kommt ohne staatliche Unterstützung aus. Auch in anderen Anlagen, wie Knoops Park oder Wät- jens Park, sind Bürgerinnen und Bürger mit gro­ßem Einsatz in Fördervereinen aktiv.

Denkmalpflege ist ohne dieses Engagement in vielen Bereichen nicht vorstellbar - und da­mit meine ich nicht nur die großzügige Unter­stützung von Mäzenen oder Sponsoren. Viele geschützte Häuser sind heute in Privatbesitz. Im vergangenen Jahr haben wir mit dem erst­mals vergebenen Denkmalpflegepreis diesen Ein­satz gewürdigt.