I. Allgemeine Übersicht.
1. Die GntöecKungsge schickte.
Die Entdeckung^- und Erforschuugsgeschichte Ostafrikas spielt sich in zwei großen Perio den ab, einer internationalen, die vom Mittelalter bis zur Erwerbung Deutsch Ostafrilnv durch Deutschland reicht, und einer nationalen, die mit der Erwerbung dieser deutschen Kolouie einsetzt. Beide Perioden unterscheiden sich uicht uur in ihren geographischen Zielen und ihrer räumlichen Abgrenzung, sondern auch iu der Art uud Nationalität der Forscher, in den Methoden und den Zwecken der Forschung.
^. Die internationale Periode.
Die ältere, internationale Periode ist viele Jahrhunderte lang gänzlich unfruchtbar für die Eutschleieruug Ostafrikas gewesen und hat erst um die Mitte des 19. Jahrhunderts mit planvoller Forscherarbeit begonnen. Die Araber der ersten arabischen Invasion, die seit dem 10. Jahrhundert sich an der Ostküste verbreitet hatten, und die Portugiesen, die vom Ende des 15. Jahrhunderts au sich im ostafrikauischeu Küstengebiet festsetzten, sowie die Araber der zweiten arabischen Eroberung, die im 17. Jahrhuudert die Portugiesen nach den: Süden drängten, sind nicht weit über die Küstenstriche ins Innere hineingekommen. Die Portugiesen wußten wohl durch Eingeborne von großen Seen im Innern und von einem hohen Berg im Hinterland von Mombassa (.Wimandjo.ro?), aber weiter nichts. Auch ihre Kenntnis der Küste und Häfen war, wie die damaligen Karten zeigen, sehr gering 1^103; 317-320^. Erst die begiunende Tätigkeit der christlichen Missionen in Ostafrika und die Wiederaufnähme des uralten Nil- uud Seeuproblems, namentlich durch die Loudouer Geographische Gesellschaft, führteu zu deu ersteu großeu Entdeckuugeu im äquatorialen Ostafrika und entschleierten viele Züge im geographischen Bild unseres heutigen Schnu gebietes. Die Neisewerke und sonstigen landeskundlichen Schrifteu der in der folgenden Übersicht genannten Forscher führen wir in der Literaturliste bei deu Hauptreisegebieten der betreffenden Forscher auf; hier nur einige Verweisungszahlen >m eckigen Klammern^.
Es waren deutsche Missionare, die Württemberger I. Reb m a n n und L. Krapf, die 1848 uud 1849 die erste große wissenschaftliche Eroberung in Dentsch-Ostafrika durch die Entdeckung des Kilimandjaro, Meru und Kenia machten 1^183^ uud deu Austoß dazu gabeu, daß man das Nilquellenproblem von der Ostküste aus zu löseu suchte. Ihre Erkun- diguugeu über deu weiter westlich liegeuden Ukerewesee veranlaßteu die englische Regierung,