109. Der Herr Johann David Nicolai, Doctor der Theologie und Pastor
primarius am Dom in Bremen, wurde gebohren in Hamburg am 25. Fe: bruar 1742. Er besuchte die dortige Johannisschule und darauf das Gymna: fium. Von 1764 bis 1767 studirte er zu Göttingen die Theologie und alle damit verwandten Wissenschaften, wurde bald nach der Zurückkunft im Jahre 1768 zu Stade unter die Candidaten des Predigtamtes und im Frühling 1769 unter die hamburgischen Candidaten aufgenommen, war darauf beinahe zwei Jahre Hofmeister bei den Kindern des Oberamtmanns Meyer in Bremervörde, erhielt im Jahre 1771 das Subrectorat an der hiesigen Domschule und dem Athenæo, trat dieses Umt am Mittwoch nach Ostern den 25. Upril mit einer lateinischen Nede an, ward 1774 Conrector und 1778 Rector. In diesem Jahre vermählte er sich mit der Jungfrau Sophia Margaretha Schlichthorst, der ältesten Tochter des am 15. December 1780 verstorbenen Consistorialrathes und Superintendenten, wie auch Pastor primarius an der hiesigen Domkirche. Um 18. Upril 1781 wurde er als vierter Domprediger eingeführt, rückte den 10. Octbr. 1798 in die dritte, zu Johannis 1805 in die zweite und 1810 in die erste Stelle. 3um Andenken seiner 25jährigen Umtsführung an der Domkirche überreichte ihm die Domgemeinde das ihm von der Universität Göttingen ertheilte Diplom eines Doctors der Theologie.
Durchdrungen von hoher Achtung, inniger Liebe und reinem Dank, hat die Domgemeinde die funfzigjährige Amtsfeier des edlen Jubelgreises durch diese von einem der ersten Künstler seiner Urt verfertigte Denkmünze verewigen und der Nachwelt ihre Gesinnung für einen würdigen Seelsorger bezeugen wollen:
Die Hauptseite zeigt das Bildniß des Jubelgreises in Profil und in der Umtskleidung, mit der Umschrift: Johann David Nicolai, Doctor der Theologie und Pastor primarius am Dom in Bremen, gebohren den 25. Februar 1742. Die Kehrseite: die Religion, eine edel drapirte weibliche Gestalt im Schleier, so daß nur das Gesicht frei ist, mit dem Kreuze an einem Altar stehend, auf welchem die geöffnete Bibel und der Kelch, als Symbole der christlichen Glaubenslehre, sich befinden. Umschrift: Herr, Deine Macht hab' ich verkündet Kindeskindern. Ps. 71, v. 18. Es sind mit geringer Uenderung Worte des Königs David, aus einem seiner schönsten Gefänge, als er im vorgerückten Alter Gott um Hülfe gegen seine Feinde flehete, und nur recht lange zu leben wünschte, um Gottes Urm und Kraft Kindeskindern und allen die noch kommen würden verkündigen zu kön= nen. Der Wunsch des frommen Königs ist an unserem würdigen Jubelgreis in Erfüllung gegangen.