Dienstberichte der Besatzungsmacht
Die zentralen Berichtsserien der amerikanischen Militärregierung in Bremen (1945 — 1949) als historische Quelle
Von Andreas Röpcke
Die unmittelbare Nachkriegszeit, die Besatzungszeit, die aus anderer Perspektive Vorgeschichte der Bundesrepublik Deutschland wird, ist in den letzten Jahren zunehmend in den Blickpunkt der zeitgeschichtlichen Forschung gerückt. Das läßt sich am Beispiel der als Beilage der Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte im Zweijahresrhythmus erscheinenden Bibliographie zur Zeitgeschichte veranschaulichen: 1967/68 war in der fein gliedernden Systematik noch keine eigene Position für die deutsche Geschichte 1945—1949 vorgesehen, unter „Allgemeines" (nach 1945) und „Besatzungspolitik" wird ein gutes Dutzend einschlägiger Titel genannt. Zehn Jahre später weist allein die Rubrik „1945 bis 1949" (deutsche Geschichte nach 1945) über vierzig Publikationen auf. Die Gründe für diese Entwicklung sind hier nicht zu untersuchen, doch hat offenkundig neben der neue Anreize bietenden Freigabe archivischer Quellen für diesen Zeitraum auch das durch eine Reihe von Jubiläen geweckte öffentliche Interesse wichtige Impulse gegeben. Mit der Veröffentlichung der Akten und Protokolle des Parlamentarischen Rates 1 ) und der „Akten zur Vorgeschichte der Bundesrepublik Deutschland" bis Juni 1947 2 ) sind grundlegende Quellenpublikationen vorgelegt worden, und zu verschiedenen Aspekten der Besatzungspolitik sind eindrucksvolle und richtungweisende Studien entstanden: zur
') Der Parlamentarische Rat, Akten und Protokolle. Hrsg. v. Kurt Georg Wernicke u. Hans Booms. Bd. 1: Vorgeschichte, bearb. v. Johannes Volker Wagner, Boppard 1975.
2 ) Hrsg. v. Bundesarchiv u. Institut f. Zeitgesch., Bd. 1, Sept. 1945 —Dez. 1946, bearb. v. Walter Vogel u. Christoph Weisz, München/Wien 1976, Bd. 2, Jan.—Juni 1947, bearb. v. Wolfram Werner, München/Wien 1979.
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