Jahrgang 
1911: 1909/1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
Entstehung
Seite
602
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Anhang.

I. Ergebnis

der aus den Schutzgebieten Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika, Togo, Neu-Guinea und Samoa eingegangenen Berichte über die Aufbewahrung und Behandlung von ärztlichen Instrumenten und Geräten in den Tropen.

Die aus den Schutzgebieten auf Veranlassung des Reichs- Kolonialamtes zur Vorlage gebrachten Berichte über die Aufbewah­rung und Behandlung von ärztlichen Instrumenten und Geräten in den Tropen stimmen fast alle darin überein, daß die metallenen Geräte sich bei einer den klimatischen Verhältnissen entsprechen­den Behandlung gut halten.

In Gegenden mit vorwiegend trockenem Höhenklima, wie in Süd­westafrika und im Innern von Beutscli-Ostafrika, genügt Aufbewah­rung in gut verschlossenen Schränken bzw. Kästen. In den Schutz­gebieten mit feuchtem Klima ist es erforderlich, die metallenen In­strumente mit Paraffinum liquidum oder Vaseline einzufetten, in Ölpapier einzuwickeln und in gut schließenden Kästen aufzube­wahren. Vor dem Gebrauch müssen die Instrumente mit einem Flanelläppehen, eventuell unter Benutzung von Benzin, abgerieben werden.

Als zuverlässigstes Sterilisationsverfahren hat sich das Aus­kochen der Instrumente mit 1 % Sodalösung erwiesen.

Die beim Kochen der Instrumente sich häufig in Form von Flecken bildenden Beschläge, die von den im Wasser sehr oft in großen Mengen vorhandenen alkalischen Erden herrühren, können durch Reiben der Instrumente nach der Operation mit einem Lappen aus Sämisch-Leder entfernt werden.

Instrumente, die ihren Nickelüberzug eingebüßt haben, müssen repariert werden, da sie andernfalls leicht rosten.

P r a v a z s p r i t z e n und Lewinsehe Spritzen wurden von ver­schiedenen Seiten als unbrauchbar bezeichnet. Die Spritzen mit ein­geschliffenem Stempel (Rekordspritzen) haben sich dagegen sehr gut bewährt.

G 1 a s w a r e n werden in den Tropen, insbesondere in feuchten Gegenden leicht trübe und schwer durchsichtig. Dies macht sich be-