Jahrgang 
1907: 1905/06
Entstehung
Seite
394
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B. Kamerun.

noch erkrankten und so die Ziffer erhöhten. Bei den ständig in Duala lebenden Angehörigen der Schutztruppe sind Erkrankungen an Malaria sehr selten.

Der Rückgang der Malaria könnte noch ein viel größerer sein, wenn die Prophylaxe von allen geübt und vor allen Dingen von Anfang an und streng durchgeführt würde. Leider stößt sie aber noch auf große Schwierigkeiten.

Auch die frühere Ansicht, daß Schwarzwasser als Chinin Ver­giftung aufzufassen sei, spukt noch in den Köpfen der urteilslosen Laien. Diese Auffassung findet noch dadurch Unterstützung, daß das Schwarzwasser gewöhnlich durch Chinin ausgelöst wird.

Der Arzt in Bamenda berichtet, daß von den 7 Europäern der weißen Stationsbesatzung 2 strenge Prophylaktiker waren, die übrigen gar nicht oder unregelmäßig Chinin nahmen. Während die 2 Prophylaktiker fieberfrei blieben, litten die übrigen sämtlich an Malaria. Anders berichtet der Arzt in Dikoa, der selbst nicht Prophylaktiker in der Berichtszeit war. Er spricht der Prophy­laxe jeden Kutzen ab. Each seiner Erfahrung wären die Prophy­laktiker ebenso häufig erkrankt wie die Eichtprophylaktiker. Ich bin der Ansicht, daß dieser Widerspruch mit den sonst allgemein gemachten guten Erfahrungen der Prophylaxe dadurch erklärt ist, daß die Prophylaxe in diesen Fällen nicht genau und streng durch­geführt wurde, was um so eher anzunehmen ist, als der Arzt, die Autorität hierin, selbst nicht Prophylaktiker war.

Ich glaube, daß die Einführung der Chininprophylaxe die größte Bedeutung für die Bekämpfung der Malaria hat, und vor allem die praktischste, weil sie an keinen Ort gebunden ist und überall sofort durchgeführt werden kann.

Die Prophylaxe gewährt keine absolute Sicherheit gegen die Malaria, beschränkt aber die Anfälle auf ein Minimum und be­wirkt, daß die Fieberanfälle milde verlaufen, sowohl was die Flöhe des Fiebers betrifft als die Dauer. In den meisten Fällen tritt Fieber nur für einen Tag auf.

Eine vor der Prophylaxe bestehende Disposition für Schwarz­wasserfieber wird nach meinen Erfahrungen durch die Prophylaxe nicht beseitigt, die späteren Erkrankungen scheinen aber durch die Prophylaxe milder zu verlaufen. Diese Einschränkung und Mil­derung der Malaria bedeutet einen großen Schutz gegen das Sch warz wasser.