Jahrgang 
1907: 1905/06
Entstehung
Seite
163
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Spezielles. Allgemeine klinische Bemerkungen für Kamerun. Jß3

Hautgeschwüren, erwiesen sich als wirksam. Von den mecha­nischen Verletzungen sind hervorzuheben:

2 Fälle von Oberschenkelbruch (geheilt),

1 Schädelbruch, nach längerer Behandlung geheilt,

1 offener Schädelbruch (starb),

1 kompl. Bruch des Schultergürtels rechts konnte geheilt ent­lassen werden.

Die Verletzten waren Bootsleute.

Allgemeine klinische Bemerkungen für Kamerun.

(Berichterstatter Professor I)r. Ziemann.)

Malaria.

Zweifellos läßt die außerordentliche Schwere der klinischen Symptome bei der Malaria der Europäer in allen Bezirken, wo Chinin prophylaktisch genommen wird, immer mehr nach. Die schweren Fieber, denen Kamerun seinen traurigen Ruf verdankt, werden immer seltener gesehen. Sie finden sich hauptsächlich nur noch in den Gegenden, wo der Betreffende kein Chinin nimmt und bar jedes, auch des bescheidensten Komforts lebt. Diese Besserung ist einzig und allein der immer mehr allgemeinsten Eingang findenden Chininprophylaxe zu danken. Fast allgemein wird jetzt Chinin 1,0 g jeden 4. Tag genommen.

Im Zusammenhang mit dieser Besserung steht auch ein erheb­liches Nachlassen des Schwarzwasserfiebers.

In den Gesundheitsbelehrungen wird auf diesen Punkt immer wieder hingewiesen. Nicht umsonst ist die Mortalität im Südbezirk, wo die Prophylaxe wegen langen Fehlens von Ärzten und wegen der räumlichen Entfernung vom Arzte noch am wenigsten Eingang gefunden, am höchsten (cfr. Tabelle auf Seite 121). Am schnellsten zeigt sich die kolossale Besserung mit Einführung der 4 tägigen 1,0 g Prophylaxe bei der Westafrikanischen Pflanzungsgesellschaft Victoria in Victoria.

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